
Kati Wilhelm
Kati Wilhelm
DSV-Pressestelle am 20.10.2006 - 12:28 Uhr
Kati Wilhelm zählt spätestens seit ihrem Doppel-Gold Erfolg bei den Olympischen Spielen von Salt Lake City zu Deutschlands erfolgreichsten und prominentesten Biathletinnen. Dabei hatte die Thüringerin mit den auffallend roten Haaren zu Beginn ihrer sportlichen Karriere einen Einstieg bei den Skijägern gar nicht geplant. Bevor sie nämlich ihre Leidenschaft für den Biathlon entdeckte, war sie als Langläuferin unterwegs.
Nach dem Abitur zur Bundeswehr
Seit 1983 auf den Langlauf-Brettern aktiv, wechselte sie mit 14 Jahren auf das Sportgymnasium in Oberhof, wo sie 1995 das Abitur machte. Anschließend begann die Thüringerin eine Ausbildung bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr und hat dort mittlerweile den Rang des Hauptfeldwebels erreicht.
Vom Langlauf zum Biathlon
Ihre ersten Weltcup-Erfahrungen sammelte Kati Wilhelm wie bereits erwähnt beim Langlauf, nahm sogar an den Weltmeisterschaften 1997 und den Olympischen Spielen 1998 in Nagano teil, bei denen sie jeweils einen Staffeleinsatz hatte. Doch so ganz schien der Durchbruch im Langlauf nicht zu glücken und durch einen Zufall – man forderte sie eines Tages auf, doch mal ein paar Schuss mit einer Biathlon-Waffe abzugeben – hatte sie schließlich die Sportart gefunden, in der sie auf Anhieb und für Jahre erfolgreich sein sollte. Kurz nach ihrem Einstieg bei den Skijägerinnen 1999 gelang ihr schon im Jahr 2000 ein dritter Rang im Weltcup-Rennen. Was folgt, ist ein beeindruckender Aufstieg auf den Biathlon-Olymp und den meisten Biathlon-Fans hinlänglich bekannt.
Erfolge lassen nicht lange auf sich warten
Nur zwei Jahre nach ihrem Wechsel siegte sie bei den Weltmeisterschaften in Pokljuka (SLO) im Sprint und hatte so den ersten großen Titel ihrer Karriere erreicht. Hinzu kam noch eine Silbermedaille mit der Staffel. Im gleichen Winter konnte sie auch ihren ersten Weltcup-Sieg im Sprint von Lake Placid einfahren.
Medaillen-Sammlung in Salt Lake City
Im nächsten Winter lief es nicht weniger erfolgreich. Ein Sieg im Sprint und zwei in der Staffel brachten ihr am Ende wie im Vorjahr den achten Platz im Gesamt-Weltcup ein. Beim Highlight des Winters lief die junge Deutsche zur Topform auf und schlug bei den Olympischen Spielen von Salt Lake City gleich dreimal zu. Mit Gold im Sprint, Gold in der Staffel und Silber in der Verfolgung zählte sie zu den erfolgreichsten Athletinnen der Spiele.
Die Jahre nach Olympia
Mit drei Siegen in Sprint, Verfolgung und Massenstart und zwei Staffelsiegen wurde die Thüringerin am Ende der Saison 2002/2003 13. In der Folgesaison lief es nicht ganz so rund wie gewohnt. Einen Sieg erreichte sie nur mit der Staffel. Auch bei der WM in Khanty Mansiysk (RUS) konnte sie in eben dieser Disziplin Bronze gewinnen. Von diesem kleinen Tief ließ sich Kati aber nicht beeindrucken. Sie sorgte für eine neue Umgebung, indem sie in die Trainingsgruppe ins bayerische Ruhpolding wechselte, und nur kurze Zeit später stellte sich der Erfolg wieder ein.
Erneute Steigerung im Weltcup
Mit vier Weltcup-Siegen sowie acht weiteren Podiumsplätzen konnte Kati Wilhelm am Ende des Winters 2004/2005 den zweiten Platz im Gesamt-Weltcup erreichen. Bei der WM in Hochfilzen (AUT) wurde sie Zweite mit der Staffel. Den Titel Königin der Biathletinnen konnte man ihr ohne Zweifel in der vergangenen Saison verleihen. Mit Anna Carin Olofson, einer weiteren großen Schwedin im Biathlon-Sport nach Magdalena Forsberg, lieferte sie sich einen heißen Fight um die Gesamt-Weltcup-Kugel und konnte sie schließlich in den Händen halten. Aber nicht genug, dass sie im Weltcup mit sechs Saisonsiegen in Sprint und Verfolgung dominierte, sie krönte ihre Leistungen selbst mit einer Goldmedaille in der Verfolgung und zwei Silbernen in Massenstart und Staffel.
Hartes Training ist der Grundstein des Erfolgs
Obwohl ihr Werdegang nach einer Bilderbuchkarriere klingt, sollte man trotzdem nicht aus den Augen verlieren, dass solche Top-Leistungen mit einem harten Training verbunden sind, das nach der Wintersaison bereits ab Mai täglich wieder aufgenommen wird. Neben all ihren sportlichen Verpflichtungen nimmt sich Kati aber auch genügend Zeit für ihr Privatleben. Ihr beiden Neffen, ihre größten Fans, stehen bei ihr mit an erster Stelle. Und beruflich hat Kati auch noch einiges geplant. 2006 hat sie im März ein Studium des International Management an der Fachhochschule Ansbach aufgenommen. Der Erfolg ist demnach hart erarbeitet, aber wer würde ihn der sympathischen Thüringerin, der man den Spaß an ihrem Sport ansieht, nicht gönnen?
Zeit für ihre Fans
Selbst in der stressigen Wintersaison, in der es an jedem Wochenende zu einem Weltcup in ein anderes Land geht, nimmt sie sich zwischen den Jahren die Zeit, um an Events wie Biathlon auf Schalke teilzunehmen. Überhaupt hat sie immer eine Minute für ihre Fans übrig und erfüllt ohne Murren alle Autogrammwünsche.
Steckbrief:
Geboren: 02.08.1976
Nation: Deutsch
Heimatverein: SC Motor Zella-Mehlis
Größe: 173 cm
Gewicht: 60 kg
Hobbies: Computer, Lesen
Web: www.kati-wilhelm.de
Erfolge:
Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): Gold (Verfolgung), Silber (Massenstart), Silber (Staffel)
2002 in Salt Lake City (USA): Gold (Sprint), Gold (Staffel), Silber (Verfolgung)
Weltmeisterschaften:
2005 in Hochfilzen (AUT): Silber (Staffel), 5.Platz (Massenstart), 13. Platz (Verfolgung)
2004 in Oberhof (GER): Bronze (Staffel)
2003 in Khanty Mansiysk (RUS): Bronze (Staffel)
2001 in Pokljuka (SLO): Gold (Sprint), Silber (Staffel), 5.Platz (Massenstart)
Weltcup:
Gesamt-Weltcup-Siegerin 2006
Gesamt-Weltcup-Zweite 2005
Homepage von Kati Wilhelm
www.kati-wilhelm.de
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