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Länge Läuft

21.09.2012 | 20:51 Uhr

DSV aktiv hilft Ihnen, die richtige Skilänge für Ihr Fahrkönnen und Ihre Skikategorie zu finden.

Lange Jahre galt: In der Kürze liegt die Würze. Mit dieser Marschrichtung traten die Carvingski vor Jahren ihren Siegeszug an. Kurz und wendig sollte der Fahrspaß sein. Doch das ist nur die halbe Wahrheit und wurde in seiner Konsequenz allerdings nicht der breiten Masse der Skifahrer gerecht. „Der Konsument glaubt, dass kurze Ski grundsätzlich leichter zu fahren sind. Das stimmt, was die Drehfreudigkeit betrifft. Aber auf den gesamten Skitag bezogen bringen längere Ski mehr Fahrsicherheit und sind mit weniger Kraftaufwand zu fahren. Das ist nicht zuletzt ein wesentliches Sicherheits-Plus“, analysiert Andreas König, DSV-Sicherheitsexperte.

Gerade für Könner, die ein höheres Tempo und größere Kurvenradien bevorzugen, gilt der physikalische Grundsatz: Länge läuft. Der gute Skifahrer weiß, dass die gefahrene Geschwindigkeit die Skilänge definiert: „Ski fahren findet nicht auf einer idealisierten Fläche statt. Unebenheiten, Buckel und Gefälleunterschiede bringen den Körperschwerpunkt immer wieder aus seiner Neutralposition über der Skimitte.“ Gute Skifahrer, so der DSV- Sicherheitsexperte, könnten solche Situationen antizipieren und rechtzeitig Ausgleichsbewegungen ausführen. „Die Crux: Je schneller der Fahrer, desto schneller kommen die Störungen.“ Hier spielt eine größere Skilänge ihre physikalischen Vorteile aus: „Je weiter die Skispitze als Sensor von der Bindung entfernt ist, desto früher bekommt der Fahrer eine Meldung, wie sich der Boden verändern wird.“ Die Reaktionszeit, so König, werde länger, und der Hebelarm des Vorderski wirke als Federdämpfer.

Andreas König: „Unsere Längenempfehlung richtet sich nach Motivation und Vorlieben des einzelnen Skifahrers. Ausschlaggebend ist der Fahrstil, die Pistenart beziehungsweise das Gelände und die bevorzugte Geschwindigkeit, mit der sich der Skifahrer auf dem Schnee bewegt.“ Als weitere Kenngrößen seien die Körpergröße und das Gewicht zu berücksichtigen. „Große und schwere Skifahrer wählen einen längeren Ski, während kleine und leichte Skifahrer zum kürzeren greifen.“

Welcher Skityp ist für welchen Skifahrer geeignet? „DSV aktiv“ verweist hier auf den „Längenkreisel“ (siehe Grafik). Im blauen Mittelpunkt befindet sich der Skifahrer mit seinem jeweiligen Fahrkönnen. Im gelben Bereich sind die Skitypen mit dem Längenspektrum zu finden. Je nach körperlichen Voraussetzungen und Anforderungen, die der Skifahrer an sein Sportgerät stellt, ist die Länge innerhalb dieses Spektrums zu wählen. So greifen kleine und zierliche Personen oder Skifahrer, die eher kurze Radien vorziehen, innerhalb des Längenspektrums zum kürzeren Ski. Große, schwere Personen oder Skifahrer mit der Vorliebe zu langen Radien tendieren zum längeren Ski. „Welcher Ski in welcher Länge zu welchem Skifahrer passt, das hängt ganz wesentlich von der ehrlichen Selbsteinschätzung des Käufers ab“, weiß Andreas König. Hier sei im besonderen Maße der Sportfachhandel gefordert, dem Kunden durch kompetente Beratung zur Seite zu stehen.

Bei Kindern mache es keinen Sinn, Länge auf „Vorrat“ zu kaufen oder sie auf zu kurze Ski zu stellen. König rät, Anfänger mit Ski in Achselhöhe bis Schulter, Fortgeschrittene mit Ski in Höhe des Hals- bis Mundbereichs auszurüsten. Junge Racer seien mit Ski in Augenhöhe bis Körpergröße plus fünf Zentimeter gut bedient.


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