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ASU-Unfallanalyse 2004/2005

25.07.2005 | 17:24 Uhr

Die Auswertung der Skiunfälle der Saison 2004/2005 lässt – wie schon im vergangenen Jahr – eine leicht rückläufige Tendenz erkennen. Sowohl die Gesamtzahl der Verletzungen als auch die Zahl der schweren Verletzungen, die stationär versorgt werden mussten, sind in den letzten Jahren zurückgegangen.

Diese langfristig positive Entwicklung, die auch seit Einführung der Carvingski nicht gestoppt wurde, wird von den Medien jedoch noch vielfach ignoriert. Die vor einigen Jahren häufig geäußerte Befürchtung, durch das Carven würden die Unfallzahlen nach oben schnellen, ist immer noch nicht ausgeräumt und schwirrt nach wie vor in den Köpfen vieler Publizisten. Lediglich die Unfälle mit Polytraumen (Verletzung mehrerer Körperregionen bei einem Unfall) sind seit einiger Zeit leicht ansteigend. Aufgrund dieser Tatsache wird in verschiedenen Medien der falsche Rückschluss publiziert, dass durch Raser und Rowdies die Zahl der Schwerverletzten angestiegen sei. Vor allem „hohe Geschwindigkeiten, volle Pisten und neue Skimodelle, mit denen nicht alle Fahrer umgehen können“ (Zitat), wurden als Ursache für diese negative Entwicklung genannt.

Es kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass es im alpinen Skisport hin und wieder zu schweren, manchmal auch tödlichen Verletzungen kommt. Diese relativ seltenen Fälle sind aber weder für den alpinen Skisport noch für das Verhalten der Skifahrer auf der Piste typisch. An dieser Stelle sei ein Vergleich mit den Verkehrsunfallzahlen erlaubt: Die amtliche Verkehrsunfall-Statistik weist seit vielen Jahren einen stetigen Rückgang der Zahl der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang aus. Trotzdem werden wir immer wieder – besonders an Wochenenden – mit erschreckenden Bildern konfrontiert, bei denen junge Autofahrer mit ihrem Auto nach einem Disko-Besuch mit überhöhter Geschwindigkeit gegen einen Baum rasen und tödlich verunglücken. Genauso wenig, wie diese Unfälle die Verkehrsunfallstatistik prägen und repräsentativ für das Verhalten der Autofahrer sind, wird die Skiunfallstatistik durch Raser und Rowdies auf der Piste maßgeblich beeinflusst.

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass sich das Verhalten der Skifahrer auf der Piste nachhaltig negativ verändert hat. Die Zunahme der Polytraumen steht hierzu nicht im Widerspruch, denn das Auftreten von Mehrfachverletzungen ist kein Hinweis auf die Schwere der Verletzung. Ob diese Entwicklung in Zusammenhang mit der Beschneiung der Pisten mit Maschinenschnee und der Pistenpräparation steht, muss noch näher untersucht werden.


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