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ASU-Unfallanalyse 2006/2007

25.07.2007 | 17:17 Uhr

Die Skisaison 2006/07 war in vielen Regionen vor allem um die Jahreswende durch schlechte Schneeverhältnisse geprägt, die einen Rückgang der insgesamt gefahrenen Pistenkilometer zur Folge hatten. Dies führte zu einem deutlichen Absinken der Verletzungsquote, sodass hochgerechnet etwa 43.000 - 45.000 verletzte deutsche Skifahrer für die Saison 2006/07 
angenommen werden können. 

Betrachtet man den langfristigen Verlauf, so zeigt sich, dass diese Saison zwar den rückläufigen Trend bestätigt, der Rückgang jedoch deutlich stärker ausfällt als erwartet. 

Auch die Zahl der Verletzungen mit höherem Schweregrad, die einen stationären Krankenhausaufenthalt zur Konsequenz hatten, sank auf den bisher einmaligen Tiefststand von hochgerechnet etwa 6.500 Skifahrern. Bezüglich der Verletzungslokalisation zeigten sich klare Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern bzw. Frauen und Männern. So machten z.B. Knieverletzungen bei weiblichen Skifahrern nahezu die Hälfte der Verletzungen aus, wohingegen dies bei Männern und Kindern nur etwa ein Viertel war. Im Gegensatz dazu war bei männlichen Skifahrern der Anteil der Verletzungen in Bereich der Schulter und des Oberarms fast doppelt so hoch wie bei den weiblichen. Bei Kindern hingegen war der Anteil der Kopf und Handverletzungen deutlich höher als bei Erwachsenen. 

Betrachtet man die langfristigen Trends bezüglich der Häufigkeit für bestimmte Verletzungslokalisationen fallen vor allem der leichte Anstieg bei Kopf- und Knieverletzungen auf. Ob diese Zahlen allerdings eine Trendumkehr bedeuten, lässt sich aus der nicht repräsentativen Saison 2006/07 nicht ableiten. 

Die Zahl der Kollisionsunfälle ging im Vergleich zur Vorsaison deutlich zurück. Mit 0,75 Kollisionsunfällen je 1000 Skifahrer wurde der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik der ASU Ski ermittelt. Allerdings muss auch dieser zumindest z. T. auf die schlechte Saison zurückgeführt werden. Wie schon in den zurückliegenden Saisons waren männliche Skifahrer überproportional 
häufiger an Kollisionen beteiligt. 

Die vor allem bei erwachsenen Skifahrern geringe Bereitschaft, einen Skihelm zu tragen und sich mittels Skigymnastik und Aufwärmen adäquat auf das Skifahren vorzubereiten, offenbart Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Prävention von Skiverletzungen. 


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