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ASU-Unfallanalyse 2007/2008

25.07.2008 | 17:15 Uhr

Die Skisaison 2007/08 war durch die im Vergleich zur Vorsaison wesentlich besseren Schneeverhältnisse gekennzeichnet. Gerade in den Mittelgebir-gen ergab sich dadurch ein deutlicher Anstieg der insgesamt gefahrenen Pistenkilometer. Die Saison 2006/07 kann, wie bereits im Bericht des Vor-jahres erläutert, aufgrund der außergewöhnlich schlechten Schneeverhält-nisse nicht als repräsentativ angesehen werden. Im Vergleich zu den Sai-sons 2001/02 bis 2005/06 zeigt sich, dass der langfristige Rückgang der Verletzungsquote weiter anhält. Hochgerechnet kann für die Saison 2007/08 von 50.000 - 52.000 verletzten deutschen Skifahrern ausgegan-gen werden. 

Auch bei Verletzungen mit höherem Schweregrad, die einen stationären Krankenhausaufenthalt zur Folge hatten, ist für die Saison 2007/08 im Ver-gleich zu den Saisons 2001/02 bis 2005/06 ein weiterer Rückgang zu ver-zeichnen. Hochgerechnet ergibt sich eine Zahl von etwa 7.200 Skifahrern. 

Betrachtet man die langfristigen Trends bezüglich der Häufigkeit für be-stimmte Verletzungslokalisationen fällt vor allem der leichte Rückgang bei den Knieverletzungen auf. Das Risiko für Verletzungen in den Bereichen Schulter/Oberarm und Rumpf/Hüfte/Oberschenkel stieg hingegen leicht an. Ob diese Entwicklungen sich so fortsetzen, muss sich in den kommenden Saisons zeigen. 

Kollisionsunfälle bewegen sich weiterhin im Bereich von 1-1,3 Kollisionen je 1.000 Skifahrer. Trotz vieler gegenteiliger Medienberichte lässt sich weder lang- noch mittelfristig ein Anstieg der Kollisionen feststellen. Dies stimmt auch mit aktuellen Zahlen aus der Schweiz und Österreich überein. 

Die Mehrzahl der untersuchten Kopfverletzungen ist auf eigenverantwortli-che Ursachen zurückzuführen. Stürze mit anschließendem Aufprall auf die harte Piste verursachten mehr als die Hälfte aller Kopfverletzungen. 

Nach tragischen Skiunfällen kam es in der Saison 2008/09 in Deutschland zu einer Diskussion zum Thema Schneesporthelm und Helmpflicht. Die ASU Ski als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Sicherheit im Sport (ASiS) hat hierzu gemeinsam mit europäischen Partnern eine Stellungnahme he-rausgegeben in der u.a. die am häufigsten zu diesen Themen gestellten Fragen beantwortet werden (siehe Punkte 6 und Anhang). 


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