Familien-Hüttentouren: Mit Kleinkind in den Bergen

25.08.2016 | 10:00 Uhr

Bergsteigen boomt – und zwar nicht nur die kleinen Halbtagestouren, sondern vor allem auch mehrtägige Ausflüge in die Berge. Die vielen Berghütten in den Alpen sind häufig bis auf das letzte Etagenbett besetzt. Zu Recht: Auf hohen Alpenwiesen mit Blick auf ein atemberaubendes Bergpanorama sind unvergessliche Natur-Momente garantiert. Ein noch größeres Erlebnis ist es gemeinsam mit Kind und Kegel! Dass Hüttentouren auch für die Jüngsten ein wahres Highlight sind, haben wir von DSV aktiv im Selbst-Test erfahren. Bei einer Übernachtung an der sommerlichen Schneefallgrenze – strahlende Kinderaugen inklusive!

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„Haben Sie hier oben auch ein Babybett?“ Auf fast 2.000 Meter Höhe nicht gerade eine übliche Frage. Im Alltag gewöhnt man sich als junge Familie an so einige Annehmlichkeiten: ein Hochstuhl für den Familientisch, ein Babybett für den sicheren Schlaf oder der praktische Fläschchenwärmer. Daran ist hoch oben in den Bergen nicht zu denken. Dafür gibt’s im Gegenzug aber weitaus Schöneres, das kleine Entdeckerherzen höher schlagen lässt: ein Abenteuerspielplatz, soweit das Auge reicht (zumindest das der Eltern), Murmeltiere, Steinböcke und Schafe quasi zum Anfassen, leckeres Essen in der warmen Stube, entspannte Eltern und viele freundliche Spielkameraden, die sich am jungen Besuch erfreuen. Eine Bergtour inklusive Hüttenübernachtung mit der ganzen (jungen) Familie ist vor allem eines: ein unvergessliches Natur-Erlebnis!

Hüttenromantik oder Lagerkoller?
Zugegeben: Ein bisschen Skepsis hatten wir schon im Gepäck, als es zu dritt auf große Bergtour ging – mit dem knapp Einjährigen in der Kraxe. Was, wenn die Kleine nach anderthalb Stunden keine Lust mehr aufs Getragen werden hat? Wenn die dunkleren Wolken doch nicht trocken halten? Ein paar Grundregeln mussten deshalb sein: Maximal 2,5 bis 3 Stunden sollten es werden, inklusive großem Zeitpuffer für Verschnaufpausen. Bei drohendem Gewitter sollte es statt des Hüttenabenteuers doch lieber wieder zurück aufs heimische Sofa gehen. Und: Rationales Packen. Ein Ausflug in die Berge bietet auch den Kleinsten jede Menge Abwechslung, die jegliches Spielzeug eigentlich überflüssig macht. Der geliebte Kuschel-Teddy muss die Tour trotzdem mit antreten – für ein bisschen heimelige Atmosphäre.

Familientouren: Von klein auf in den Bergen daheim
„Muss das sein?“ könnte man sich ob der drohenden Komplikationen mit Baby in den Bergen fragen. Nein, es muss nicht sein, aber es kann. Und zwar problemlos! Die Kleine schlief den größten Teil des Aufstiegs und erfreute sich den anderen Teil an der abwechslungsreichen Umgebung, den Sträuchern und vielen Blumen und – oben angekommen – an einer riesen Schafherde mit einigen Dutzend Tieren. Drinnen war es mollig warm und es herrschte eine ganz spezielle Stimmung. Jeder, der hier saß, war den Anstieg hochgekommen, das schwor ein. Man fühlte sich gleich dazugehörig in der großen Bergsteiger-Familie.
Sind die Wander-Kids schon etwas älter und auf den eigenen Füßen unterwegs, gilt ebenso wie fürs Baby: weniger ist mehr! Zu hohe körperliche Anstrengung frustriert die Kinder nicht nur, sondern fördert auch Müdigkeit und damit einhergehend Unachtsamkeit. Ausreichend lange Pausen sind Pflicht! In vielen Wandergebieten kommen Bergsportler auch mit Gondeln und Sesselliften einfach und schnell in die Berge und ersparen sich und vor allem den Jüngsten damit den ersten, meist langen Anstieg. Ein weiterer Vorteil: Das Mitfahren in der Bergbahn hoch oben über den Baumwipfeln selbst ist schon ein Erlebnis wert.

Hüttenvarianten: Von Matratzenlager bis zum Luxus-Alpenzimmer
Wer an Hüttenübernachtungen denkt, dem kommen meist gleich Matratzenlager, müffelnde Bergschuhe und unruhige Nächte in den Sinn. Klar, 30-Bett-Zimmer sind hoch oben in den Bergen mehr die Regel als die Ausnahme. Aber Ohrenstöpsel, Trockenräume, Schuhverbote in den Zimmern – und natürlich eine gehörige Portion Müdigkeit – sorgen für einen tiefen Schlaf. Eines ist jedenfalls allen Hütten gemein: eine gesellige Atmosphäre in den Gasträumen, mit zünftigem Essen und interessanten Gesprächen unter Gleichgesinnten.
Neben den Matratzenlagern verfügen einige Hütten auch über Einzel- bis Sechs-Bett-Zimmer. Sie sind gerade mit kleinen Kindern zu bevorzugen, müssen aber auch frühzeitig vorreserviert werden! Denn der Ansturm ist groß: Auch wenn in vielen Alpenhütten einige hundert Wanderer Platz finden, sind die Häuser im Hochsommer recht gut ausgelastet. Je nachdem wie viele Bergsteiger sich unter einem Dach befinden, dauert die Warterei auf freie Duschen auch mal etwas länger. Nicht nur deshalb gilt: Für den ersten Hüttenausflug mit kleinen Kindern sind kleinere Hütten mit Familienzimmern die bessere Wahl. Auch wir sind gut damit gefahren: Im Vierbett-Zimmer konnten wir uns bequem ausbreiten und die anderen Wanderfreunde trotz nächtlicher Durstattacken der Jüngsten durchschlafen lassen.

Was soll mit auf Bergtour?
Vorausschauendes Packen ist bei mehrtägigen Hüttentouren das A und O. Schließlich muss jedes Kilo Mehrgepäck auch getragen werden. Neben wärmender, winddichter Kleidung für den oft kräftigen Wind und die kühlen Abende in den Bergen ist vor allem ein ausreichender Sonnenschutz unabdingbar. Sonnenbrille, Kappen oder leichte Sonnenhüte und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor schützen Augen und Haut vor den gefährlichen UV-A- und UV-B-Strahlen – selbst bei bewölktem Himmel ist die UV-Strahlung in den Bergen hoch.
In jedem Tourenrucksack außerdem ein Muss: eine topographische Wanderkarte im Maßstab 1:50.000, ein aufgeladenes Handy mit eingespeicherten Notfallnummern sowie ein vollständiges Erste-Hilfe-Set.

Sicherheit in den Bergen
In den meisten Fällen tragen Hüttenwanderer nichts anderes davon als müde Beine und Muskelkater. Doch für den Notfall sollten alle Bergsteiger gewappnet sein. Nicht alle Versicherungspakete decken Bergungskosten, die bei einem Unfall entstehen können. DSV aktiv bietet hierzu deshalb auch für den Sommer interessante Angebote. So ist zum Beispiel beim „DSV CLASSIC PLUS-Paket“ eine Unfallversicherung mit Bergungskosten für Wanderer und Bergsteiger, eine Auslands-Krankenversicherung sowie Rechtsschutz und Haftpflicht enthalten. Die Leistungen gelten das ganze Jahr für alle Reisen ab einer Übernachtung.


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