Bergbahnen öffnen für den Sommerbetrieb: Wie geht's wieder los? (Teil 2)

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Seit 30. Mai 2020 sind die Bergbahnen wieder in Betrieb. Pünktlich zu den Pfingstfeiertagen. Wie haben die Betreiber den Einstieg in die Sommersaison erlebt? Welche zusätzlichen Hygiene- und Sicherheits-Maßnahmen sind nötig und wie werden diese angenommen? Darüber sprachen wir mit Bergbahnbetreibern aus ganz Deutschland (Teil 2).

Die Normalität kehrt Stück für Stück zurück - wenn auch mit Masken- und Abstandspflichten eine etwas andere als wir sie bisher gewohnt sind. Rechtzeitig zu den Pfingstferien nahmen die Bergbahnen ihren Sommerbetrieb auf. Wir sprachen mit den Betreibern vor Ort, wie der Start in die Sommersaison aussah. In diesem zweiten Teil berichten Andreas Stadler (Pressereferent Fürstlich Hohenzollernsche ARBER-BERGBAHN e.K.), Carolin Kunzmann (Marketingleitung Liftverbund Feldberg) und Jennifer Rasp (Marketingleiterin Berchtesgadener Bergbahn AG) über die Situation in den deutschen Bergen und Mittelgebirgen.

Andreas Stadler, Fürstlich Hochzollernsche ARBER-BERGBAHN e.K.
"Bei uns ist der Sommerbetrieb erfreulich losgegangen. Wir merken, dass es touristisch bergauf geht. Es sind wieder Urlaubsgäste im Bayerischen Wald. In gewisser Weise wird der Inlandstourismus in diesem (Früh-)Sommer sicherlich boomen. Das hoffen wir zumindest – ein Lichtblick nach zweimonatiger Zwangspause.

Der Pfingstmontag war der besucherstärkste Tag, dennoch sind wir nicht an unsere Kapazitätsgrenzen gekommen. Gewisse Maßnahmen müssen und wollen wir zu Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeiter umsetzen, etwa die begrenzte Personenzahl in den Kabinen. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, lassen wir die Bahnen mit geringerem Abstand fahren. Die Sicherheit ist natürlich gewährleistet, wir können so einfach eine höhere Taktung fahren.

Die erforderlichen Maßnahmen werden sehr gut angenommen. Wir hatten am ersten Wochenende keine Beschwerde, jeder Gast hat entsprechend der Vorschriften Mundschutzmasken getragen und auf Sicherheitsabstände geachtet. Generell geben wir „zwei“ Regeln vor: Sich an die Corona-Vorgaben halten und den Tag bei uns genießen! Denn darum geht es ja schließlich: Die Berge sind Tankstellen für Geist und Seele. Die Gäste kommen zu uns, um mal durchatmen und sich erholen zu können. Wir setzen alles daran, dass wir die Maßnahmen so setzen, dass sie im gesetzlichen Rahmen sind und die Gäste ihre Zeit bei uns trotzdem genießen können.

Auch intern folgen wir strikt dem Hygiene- und Sicherheitskonzept. Mitarbeiterschulungen zur Infektionsvorbeugung wurden durchgeführt, ebenso wie Umstrukturierungen: Mitmenschlichkeit ist unserem Geschäftsführer besonders wichtig. Für Kollegen, die zur Risikogruppe gehören, wird der Kunden- und Kollegenkontakt so gering wie möglich gehalten.

Natürlich beschäftigt uns auch der Blick in die Zukunft: Welche Grundregeln werden uns womöglich länger erhalten bleiben? Müssen die Maßnahmen zum Herbst oder Winter hin gar verschärft werden? Wie ist es etwa bei Inbetriebnahme von Sesselbahnen und dem Mindestabstand von 1,5 Metern? Die Pandemie entwickelt sich kontinuierlich – in welche Richtung, das wird sich zeigen. Bis dahin probieren wir mit dem Sommerbetrieb der Bergbahnen, unseren Gästen ein Stück Normalität zu bieten. "

Carolin Kunzmann, Liftverbund Feldberg
"Wir konnten im Vergleich zu den bayerischen Bergbahnbetrieben bereits an Christi Himmelfahrt den Sommerbetrieb aufnehmen. Das ist traditionell unser Startzeitpunkt in die Sommersaison. In diesem Sinne konnten wir also wie geplant in die Sommermonate gehen.

Natürlich haben wir aber aufgrund der andauernden Corona-Pandemie ein zusätzliches Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitet. So dürfen etwa nur zwei Personen oder eine Familie in einer Gondel sitzen, generell muss der Mindestabstand überall eingehalten und Mund-Nasenschutz in Gebäuden und in der Gondel getragen werden. Die Sonderregeln wurden gut angenommen. Trotzdem waren die Besucherzahlen in der ersten Woche eher verhalten. Über Pfingsten hat sich das aber normalisiert. Die Hotels haben jetzt wieder geöffnet, was natürlich einen großen Einfluss auf unsere Besucherzahlen hat. Neben der Bergbahn konnten wir am 30. Mai auch unseren Aussichtsturm, den Feldbergturm, mit zusätzlichen Auflagen für unsere Gäste öffnen.

Die Wochen zwischen Winter- und Sommerbetrieb konnten wir gut nutzen. Wie alle anderen Gebiete mussten auch wir den Skibetrieb am 15. März einstellen. Aber ehrlich gesagt hat uns der wettertechnisch durchwachsene, wechselhafte Winter mehr zu schaffen gemacht als das verfrühte Saisonende durch die Coronakrise. Die längere Zwangspause haben wir für Revisions- und Renovierungsarbeiten genutzt. Natürlich werden sicherheitsrelevante Revisionen und Wartungen immer durchgeführt, aber diesmal blieb einfach auch etwas mehr Zeit für zusätzliche Arbeiten. So wurde etwa der Aussichtsturm komplett neu gestrichen, zusätzliche Maschinenwartungen wurden durchgeführt.

Generell sind wir zufrieden mit dem Start in den Sommer. Der Tourismus wird in Deutschland sicherlich auch in gewisser Weise von der angespannten Urlaubssituation im Ausland profitieren. Wir müssen alle abwarten, wie sich die Pandemie und damit auch die Gesundheits- und Sicherheitssituation in Deutschland entwickeln wird. Ob die Deutschen generell in den Urlaub fahren oder wir zunehmend Tagestouristen bei uns begrüßen werden.

Rückschlüsse vom Sommer- auf den Winterbetrieb sind schwierig. Klar, der Winter wird ziemlich wahrscheinlich anders verlaufen als wir ihn kennen. Aber die Abläufe unterscheiden sich zu stark, als dass man daraus jetzt schon auf den Winter ableiten könnte: Im Winter sind mehr Lifte im Betrieb, gibt es folglich mehr Einstiegspunkte ins Gebiet, ganz andere Menschenmassen kommen auf uns zu. Wir machen uns natürlich schon Gedanken, was kommen kann, wie wir auf bestimmte Situationen reagieren können. Wir schauen dabei auch auf andere Branchen. Der Europa-Park ist nicht weit weg. Natürlich schauen wir auch dorthin, wie Lösungen gefunden werden, wie die Verantwortlichen dort auf Schwierigkeiten reagieren. Daraus können wir für den Winter lernen."

Jennifer Rasp, Berchtesgadener Bergbahn AG
"Wir sind sehr zufrieden mit dem Saisonstart und positiv überrascht, was die Besucherzahlen betrifft. Im Vorfeld wussten wir nicht so recht, wie viele Gäste wir erwarten können, ob sie generell noch skeptisch sind, Seilbahnen zu benutzen. Aber: Sie nutzen sie gerne – und können das auch bedenkenlos.

Der große Vorteil der Jennerbahn ist es, dass wir keine große Pendelbahn, sondern eine Einseilumlaufbahn mit 60 Kabinen betreiben. Zwar wurde die Personenbeförderung reduziert – auf eine zusammengehörige Familie oder max. zwei Pärchen -, dennoch kam es zu keinen Wartezeiten. Alle paar Sekunden kommt eine neue Bahn und die Geschwindigkeit kann direkt auf den Besucherandrang angepasst werden – auf bis zu 6m/s.

Wir hatten im Vorfeld unseren Online-Ticketverkauf massiv beworben. Viele Besucher haben das Angebot genutzt und konnten also direkt am Kassenbereich vorbeigehen. Das hat den Ansturm zusätzlich verteilt.

Die Vorbereitung auf den etwas anderen Saisoneinstieg hat den gesamten Mai umfasst. In etwa zwei Wochen haben wir in die Planung der notwendigen Maßnahmen investiert. Nochmal gut zwei Wochen waren nötig, um vor Ort alles genauestens vorzubereiten. Neben den gängigen Maßnahmen wie dem Tragen des Mund-Nasenschutzes, der Händedesinfektion und der Notwendigkeit der Abstandsregeln haben wir uns außerdem im Vorfeld viele Gedanken um die optimale Besucherlenkung gemacht. Zuvor gab es viele Wege in und durch die Gebäude. Diese wurden jetzt so gesteuert, dass die Gäste bestimmten Laufrichtungen zwangsweise folgen müssen und somit kaum Berührungspunkte zu anderen Gästen haben.

Daraus können wir auch jetzt schon wichtige Erfahrungen für den Winter ableiten. Wie sich die Gäste im Haus bewegen, wie sie die Maßnahmen annehmen und umsetzen. Da können wir nur zufrieden sein: Alle Maßnahmen werden ausnahmslos akzeptiert. Das ist die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Bergbahnsaison. Wir freuen uns drauf!"


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