Das war der DSV aktiv-Winter 2015/16: die Projektleiter im Gespräch

14.04.2016 | 14:00 Uhr

Mehr als 100 Tage Traumbedingungen in den Skigebieten, hunderte präparierter Loipenkilometer für Langlauffans, ein äußerst hohes Sicherheitsbewusstsein bei den Betreibern, aber auch ein verspäteter Wintereinbruch und ein problematischer Schneedeckenaufbau – das war die Wintersportsaison 2015/2016. Wir blicken mit den DSV aktiv-Experten auf die Saison zurück und stellen exemplarisch die wichtigsten Projekte aus dem „Haus des Ski“ vor: Michael Berner (stv. Geschäftsführer und Geschäftsleiter Marketing und Vertrieb bei DSV aktiv), Andreas König (DSV-Sicherheitsexperte), Tilman Brenner (Geschäftsleiter „Stiftung Sicherheit im Skisport“) und Tobias Lienemann (DSV-Experte für nachhaltige Skisportentwicklung) im Gespräch.

Der Winter 2015/16 neigt sich dem Ende zu. Wie fällt Ihr persönliches Saisonfazit aus?
Andreas König (DSV-Sicherheitsexperte):
„Trotz des vermeintlich schlechten Winters mit teils geringen Schneefällen können wir auf eine positive Saison zurückblicken. Der Skibetrieb war auch in den tieferen Lagen den gesamten Winter über möglich. Wir konnten alle geplanten Projekte abschließen und den Wintersportfans in ihrer Leidenschaft für den Skisport zur Seite stehen.“
Michael Berner (stv. Geschäftsführer und Geschäftsleiter Marketing und Vertrieb bei DSV aktiv): „Dass der Skisport nach wie vor sehr beliebt ist und viele Sportbegeisterte auf die Pisten und in die Loipen lockt, zeigen auch unsere Mitgliederzahlen. Insgesamt konnten wir einen weiteren Zuwachs an DSV aktiv-Mitgliedern verzeichnen. Diese kommen aus 62 Ländern und genießen einen umfangreichen Versicherungsschutz. Die Anzahl an Mitgliedern ist natürlich äußerst wichtig, um unsere zahlreichen Projekte für den Skisport aufrechterhalten zu können.“
Andreas König: „Neben den positiven Eindrücken muss man allerdings auch sagen, dass der instabile Schneedeckenaufbau, der durch die durchwachsenen Wetterverhältnisse vielerorts entstanden ist, im zurückliegenden Winter problematisch war. Es war also eine eher gefährliche Saison für Tourengeher und Variantenfahrer. Das zeigen leider auch einige wenige tragische Unfälle.“

Bereits in den vergangenen Jahren wurden unterschiedliche Projekte für ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein und -niveau im Wintersport initiiert. Was wurde in der zurückliegenden Saison konkret unternommen, um den Skisport sicher zu gestalten?
Andreas König:
„Natürlich lassen sich Skiunfälle nie ganz ausschließen. Trotzdem können wir viel dafür tun, dass die Risiken im Skisport sehr gering sind. Das fängt auf den Pisten selbst an. Bereits 20 deutsche Skigebiete wurden von uns mit dem Prädikat „Geprüftes Skigebiet“ ausgezeichnet. Winter für Winter nehmen wir die Skigebiete und deren Skipisten unter die Lupe. In dieser Saison hatten die Liftbetreiber aufgrund der unregelmäßigen Schneefälle alle Hände voll zu tun, um den hohen Sicherheitsstandards gerecht zu werden. Da wird wirklich hervorragende Arbeit geleistet!“
Tilman Brenner (Geschäftsleiter „Stiftung Sicherheit im Skisport“): „Eine möglichst große Sicherheit für alle Wintersportler ist unser Hauptanliegen! Bereits vor über 35 Jahren wurde deshalb die DSV-Skiwacht ins Leben gerufen. Über die Jahre ist sie auf jetzt 270 DSV-Skiwachtfrauen und -männer in 60 deutschen Skigebieten angewachsen. Sie sind hauptsächlich präventiv tätig: Um Skiunfällen vorzubeugen, überprüfen die Sicherheits-Profis täglich den ordnungsgemäßen Zustand von Pisten, Beschilderungen und Schleppliftspuren, machen Gefahrenquellen ausfindig und kontrollieren Absperrungen. Darüber hinaus sensibilisieren sie die Wintersportler für ein sicheres Verhalten. Auch bei unseren DSV aktiv Safety Days“, die im Januar und Februar am Fellhorn, am Spitzingsee und am Arber stattfanden, haben wir genau das als Ziel. An verschiedenen Stationen, wie einer Geschwindigkeitsmessstation, einem Bremsweg-Check oder einem Lawinenverschütteten-Suchfeld, können Skifahrer und Snowboarder in der Praxis Erfahrungen rund um das Thema Sicherheit sammeln.“

Wie werden die DSV-Skiwachtler selbst in Sachen Sicherheit ausgebildet?
Tilman Brenner: „Alle DSV-Skiwachtfrauen und -männer sind auch als aktive Bergwacht-Einsatzkräfte tätig. Zusätzlich zur Bergwacht-Ausbildung werden sie durch unsere Experten geschult. Anfang November fand unsere große Schulung statt, die jeder DSV-Skiwachtler alle drei Jahre durchlaufen muss. Neben dem detaillierten Aufgabenkatalog mit praxisnahen Beispielen wurden die annähernd 200 Teilnehmer auch in der Materialkunde und im Umgang mit Journalisten geschult. Die DSV-Rechtsexpertin Romy Groß-Angerer referierte ihrerseits über die Rechtslage der DSV-Skiwacht-Arbeit.“

Wird beim Thema „Materialkunde“ auch eng mit den Skiherstellern und Sportfachhändlern zusammengearbeitet?
Michael Berner:
„Auf jeden Fall! Die Sportfachgeschäfte sind wichtige Partner für uns. Es ist unser aller Anliegen, möglichst viele Menschen für den Skisport zu begeistern. Da ist eine enge Zusammenarbeit mehr als sinnvoll. So sind auch gemeinsame Projekte entstanden, wie etwa mit Intersport Deutschland. Wer zwischen Mitte Oktober und Ende Dezember bei Intersport Deutschland ein Skiset im Wert von über 499,95 Euro von sieben teilnehmenden Herstellern gekauft hat, bekam die DSV-Skiversicherung BASIC gratis dazu. War der Käufer bereits Mitglied, wurde der Wert von 30 Euro auf sein Beitragskonto gutgeschrieben. Die Intersport-Kampagne war sehr erfolgreich und wird im nächsten Winter weitergeführt.“
Andreas König: „Ein enger Austausch mit den Sportfachhändlern liegt uns sehr am Herzen. Für mich persönlich geht die Wintersaison bereits im September genau mit diesem Thema los. Wenn alle noch die Spätsommersonne genießen, sind wir mit unserem Kopf schon wieder mitten im Winter. Von Mitte September bis Mitte November haben wir heuer rund 300 Verkäufer im Umgang mit der Bindungseinstellung geschult und sie mit den neuesten Produktentwicklungen vertraut gemacht. Das ist auch aus rechtlicher Sicht enorm wichtig: Es ist die Fürsorgepflicht der Händler, sich entsprechend aus- und weiterzubilden, gerade in sicherheitsrelevanten Fragen. Im Schadensfall ist das vor Gericht ausschlaggebend. Auch mit den Skiherstellern sind wir regelmäßig in Kontakt, vor allem in der Vorbereitung für unseren DSV skiTEST, der alljährlich im März in Obergurgl stattfindet und sich national und international als eine wahre Kaufhilfe für den Endverbraucher etabliert hat.“

Sowohl die Sportfachhändler als auch die Skihersteller und Wintersportler selbst sind natürlich in erster Linie abhängig vom Schnee. Der kam im vergangenen Winter recht spät und auch nicht gerade in großen Mengen. Inwieweit hat das Auswirkungen auf die Arbeit von DSV aktiv?
Tobias Lienemann (DSV-Experte für nachhaltige Skisportentwicklung):
„Vor allem die tiefer gelegenen Regionen hatten in der zurückliegenden Saison immer wieder mit Schneemangel zu kämpfen. Wobei wir das grundsätzlich immer nur regional und vor dem Hintergrund standortbezogener Faktoren beurteilen können. Aktuell finden beispielsweise Skilangläufer im Südschwarzwald immer noch sehr gut präparierte DSV-Loipen vor. Was sich aber deutlich verändert hat, ist das Nutzerverhalten der Wintersportler. Durch die weite Verbreitung technisch hergestellten Schnees und die daraus resultierende Schneesicherheit erwartet der Skisportler jeden Tag hundertprozentige Qualität. Das Schnee- und Ressourcenmanagement ist also ein zentrales Thema für die Skidestinationen – aber auch für Veranstaltungsorte und DSV-Bundesstützpunkte. Wir geben dabei Hilfestellungen bei der Sicherung von Schnee und betrachten dabei jeden Standort mit seinen individuellen Rahmenbedingungen für sich. Eine grundlegende Aufgabe ist es, die verschiedenen Technologien und Methoden, von der technischen Beschneiung über die Schneelagerung, die temporäre Beschneiung bis hin zu Schneetransporten, besser miteinander zu verzahnen. Synergien zwischen den einzelnen Trainings- und Wettkampfstandorten müssen dafür geknüpft werden. Um das zu gewährleisten, möchten wir die Stützpunktleiter und Veranstalter alle an einen Tisch holen.“

Die Ansprüche der Skisportler wachsen also, vor allem was die Schneesicherheit betrifft. Was unternimmt DSV aktiv, um mehr Wintersportler auf die allzeit optimal präparierten Pisten zu locken?
Andreas König:
„Der Skisport erfreut sich nach wie vor einer sehr großen Beliebtheit. Die meisten deutschen Skiregionen können auch in dieser Saison wieder eine positive Bilanz ziehen. Auch wir bemühen uns, mit vielen Aktionen und Events viele Skifans auf die Gipfel zu bringen. Unser alljährliches Saison-Opening im November war ebenso ausgebucht wie das anstehende Finish, das Ende April wieder in Obergurgl stattfindet. Diesmal sogar mit DSV-Skiass Fritz Dopfer, der uns und unsere Mitglieder ins Skigebiet begleiten wird.“
Michael Berner: „In der zurückliegenden Saison konnten wir außerdem die Partnerschaften mit Reiseanbietern weiter ausbauen. Bei verschiedenen Fan-Aktionen auf unserer Facebookseite wurden Reise- und Einkaufsgutscheine verlost, bei der Kampagne „#DSVaktivSkiToWin“ konnten Skikäufer ihre Rechnung einreichen und bekamen mit etwas Glück den Kaufpreis erstattet.“
Tilman Brenner: „Skisport begeistert und verbindet, über alle Altersklassen hinweg. Das haben wir bereits vor Jahren zum Anlass genommen, die „SIS Behinderten-Skifreizeiten“ ins Leben zu rufen. Mit den Skifreizeiten ermöglichen wir körperlich und geistig beeinträchtigen Kindern und Jugendlichen eine unvergessliche Woche im Schnee zu verbringen. Das ist wirklich ein Herzensprojekt: Für die teilweise schwerkranken Teilnehmer ist das „Skilager“ ein ganz besonderes Highlight, in dem sie beim Langlaufen, Snowtubing oder beim Besuch des Biathlon-Weltcups von ihrem oft schwierigen Alltag abschalten können.“
Tobias Lienemann: „Wenn wir möchten, dass möglichst viele Sportbegeisterte auf die Pisten und Loipen gehen, dann müssen wir auch die Bedingungen dafür schaffen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Gelegenheiten zu bieten, sich im Naturraum zu bewegen. Um gesund zu bleiben, müssen wir uns sportlich betätigen – und zwar in jedem Alter und in jeder Jahreszeit. Ein Garant für positive Erlebnisse in der Natur sind im Winter Skifahren, Skilanglaufen, Winterwandern und Schneeschuhgehen. In den Sommermonaten runden etwa Nordic Walking und Trailrunning unser Ganzjahreskonzept ab.“

Was umfasst das Ganzjahreskonzept von DSV aktiv konkret?
Tobias Lienemann:
„Der Deutsche Skiverband möchte Sportmöglichkeiten im Naturraum schaffen – und zwar das ganze Jahr über. Dafür sind unsere Sportarten prädestiniert. Unsere Aufgabe im Rahmen des Ganzjahreskonzepts „DSV nordic aktiv“ ist es, unterschiedliche Angebote für Vereine, Verbände und den Tourismus zu kreieren. Wir unterstützen etwa bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen wie beispielsweise dem Notschreilauf. Wir beraten die Organisations-Komitees in der Vorbereitungsphase und stellen Hilfsmittel zur Verfügung. In der Skitty World Nordic werden vor allem Kinder angesprochen und mit viel Spaß und Abwechslung an den Sport herangeführt. Es ist unser vorrangiges Ziel, Freude an der Bewegung in der Natur zu generieren. Mit dem Projekt „ticket2nature“ bieten wir Schulklassen eine spannende Kombination aus Sport und Spaß in der Natur und interaktiven Lehrinhalten zu einer gesunden und nachhaltigen Lebensweise. Denn: Wer mit der Natur emotional verbunden ist, Interesse an seiner Umwelt hat und sich draußen wohl fühlt, der handelt und lebt in der Regel umweltbewusster und gesunder als andere.“

Vielen Dank für das Gespräch.


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