Organisierte Rettung bei Ski- und Alpinunfällen

16.02.2016 | 12:00 Uhr

So gut die Ski- und Sicherheitsausrüstung auch ist und so geübt und erfahren Skisportler sind – ein Skiunfall lässt sich dennoch nie ganz ausschließen. In Unglücksmomenten und bei alpinen Gefahren entscheidet schnelles und überlegtes Handeln über die Folgen von Unfällen in den Bergen. Doch was ist bei Ski- und anderen Unfällen auf der Piste und im alpinen Gelände eigentlich zu tun? Über das richtige Verhalten bei Unglücken, Verletzungen oder anderen Gefahren im alpinen Gelände informiert DSV aktiv.

Ski-, Berg- und Freizeitsport: Sicherheit auf Pisten und im freien Gelände
Skifahren auf der Piste oder außerhalb des gesicherten Skiraums, Wandern, Bergsteigen, Klettern, Mountainbiken – die Liste beliebter Freizeitbeschäftigungen in den Bergen und im hochalpinen Gelände ist lang. Ganz gleich in welcher Jahreszeit, sich am Berg zu bewegen macht Spaß und ist gesund. Allerdings ist nicht ganz auszuschließen, dass ein Unfall passieren kann. Hat ein Unfall am Berg Verletzungen zur Folge, ist es eminent wichtig, schnell und richtig zu reagieren. Da man sich bei diesen Freizeitaktivitäten in der freien Natur befindet und dem Wetter ausgesetzt ist, sollte jeder verantwortliche Ski- und Bergsportler wissen, was bei einem Unfall zu tun ist. Die organisierte Rettung kann nicht immer und sofort zur Stelle sein.
Ein Mobiltelefon haben die meisten Freizeitsportler mittlerweile immer dabei. Darüber hinaus ist es aber ausschlaggebend, im Unglücksfall auch die richtige Notrufnummer zu kennen und zu wählen. Welche Rufnummern gibt es in welchen Ländern? DSV aktiv hat für alle Wintersportler eine Liste der wichtigsten Notrufnummern zusammengestellt.

Alpine Auskunftsstellen
Um prekäre Situationen von vornherein zu vermeiden, kann man auch Auskünfte über die alpinen Begebenheiten in bestimmten Regionen einholen, zum Beispiel über die Schneesituation in den Bergen, wenn etwa ein Ausflug mit Schneeschuhen geplant ist.
– Deutschland: Alpine Auskunft des DAV, 0049-89-29 49 40
– Österreich: Alpine Auskunft des OeAV, 0043-512-58 78 28
– Südtirol: Alpine Auskunft des AVS, 0039-0471-99 99 55
– Frankreich: Chamonix, Office de haute montagne, 0033-450-53 22 08

Europäische Lawinenwarndienste
Möchten Wintersportler den Tag in den Bergen auf Tourenski oder beim Freeriden verbringen, ist das Einholen ausführlicher Informationen vor der Abfahrt unerlässlich! Nur wer das Gelände und die aktuellen Begebenheiten perfekt kennt, kann die Gefahr eines Lawinenabgangs einschätzen und Risiken vermeiden. Informationen zur Lawinenlage gibt es über das Internet auf folgenden Seiten:
– Gesamtübersicht: www.lawinen.org
– Deutschland, LWD Bayern: www.lawinenwarndienst-bayern.de
– Österreich: http://www.lawine.at/
– Tirol: www.lawine.at/tirol
– Vorarlberg: www.vorarlberg.at/lawine
– Salzburg: www.lwz-salzburg.org/defaultnew.asp
– Oberösterreich: www.ooe.gv.at/lawinenwarndienst
– Kärnten: www.lawine.ktn.gv.at/143241_DE
– Steiermark: www.lawine-steiermark.at/
– Schweiz: www.slf.ch
– Italien, Gesamtübersicht: www.sian.it/infoMeteo
– Südtirol: www.provincia.bz.it/lawinen
– Trentino: www.meteotrentino.it/aspweb/index.asp
– Dolomiten: www.arpa.veneto.it/bollettini/htm/dolomiti_neve_e_valanghe.asp
– Lombardei: www.arpalombardia.it/meteo/meteo.asp
– Piemont: www.regione.piemonte.it/xmeteo/xmeteod/

Einheitliche Notrufnummer in Europa
Sollte es trotz gründlicher Vorbereitung und Risikovermeidung zu einem Unglück in den Bergen kommen, ist die Wahl der richtigen Notrufnummer ausschlaggebend. In Europa gilt für alle Verletzten oder Hilfesuchenden einheitlich die Telefonnummer 112, über die auch Bergrettung und DSV-Skiwacht informiert werden. Zu beachten ist dabei: Notrufe mit dem Mobiltelefon sind nur noch mit aktiver SIM-Karte möglich! Zusätzlich gibt es aber auch noch nationale und lokale Notrufnummern, auch in den sieben Alpenländern Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, Schweiz und Slowenien.
Im österreichischen Inland lautet diese Nummer 140, aus dem Ausland ist der Alpin-Notruf der Alpenrepublik mit der Vorwahl 0043-512 140 zu erreichen.
Die Bergrettung der Schweiz, die Schweizerische Rettungsflugwacht (REGA), ist im Inland über die 1414 zu erreichen, vom Ausland aus über die 0041-333333333. Die Bergrettung im Kanton Wallis hat mit der 144 eine eigene Inlandsnummer.
In Italien und Südtirol ist die 118 die Inlandsnummer des Alpin-Notrufs, in Slowenien die 112. Frankreich hat den zentralen Notruf 15, die Rettungsleitstelle in Chamonix (PGHM) die Telefonnummer 0033-450-53 16 89. In allen Ländern ist die Alarmierung für einen Rettungseinsatz aber ebenfalls über die internationale Notrufnummer 112 möglich!

Kanada und Vereinigte Staaten von Amerika
Auf dem nordamerikanischen Kontinent lautet die Notrufnummer 911. Die 112 wird von einem GSM-Handy umgeleitet zur 911. Aber Vorsicht: In einigen ländlichen Gebieten fehlt der 911-Service noch!

Verhalten nach einem Unfall
Nicht immer ist die organisierte Bergrettung direkt zur Stelle. Viele Unglücksstellen in den Bergen sind auch für die Rettungskräfte schwer zugänglich und erfordern selbst bei einer Hubschrauberbergung eine längere Zeitspanne. Daher ist es wichtig, dass jeder Beteiligte und Unfallzeuge zunächst selbst richtig handelt, bis das Rettungsteam am Unfallort eintrifft. Dabei gilt es, zunächst die Lage richtig abzuschätzen. Was ist eigentlich passiert? Auch wenn es schwerfällt: Ruhe bewahren ist oberstes Gebot! Das beruhigt nicht nur den oder die Verletzten, sondern gewährleistet auch ein wohlüberlegtes und richtiges Handeln. Unmittelbar nach dem Erfassen des Geschehenen sollte die Unfallstelle gut und sichtbar abgesichert werden. Zur Hilfeleistung sind zwar, wie im Straßenverkehr, alle Erstzeugen und Beteiligten verpflichtet, dabei sollte sich aber niemand selbst in Gefahr bringen. Vielmehr sollten Helfer in solchen Situationen einen Notruf absetzen, besonders, wenn der oder die Verunglückten schwerer verletzt sind und den Hang nicht aus eigener Kraft verlassen können. Das gilt auch für mögliche Verletzungen und Schmerzen am Kopf, Nacken und an der Wirbelsäule. Hier sollte dem Grundsatz gefolgt werden, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die organisierte Rettung zu benachrichtigen.
Diese benötigt beim Absetzen eines Notrufs immer eine Notfallmeldung, die aus folgenden Angaben bestehen sollte: Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Wo ist es passiert? Wann ist es passiert? Wie ist das Wetter am Unfallort? Wer meldet den Unfall? Wichtig: Bei einem Hubschraubereinsatz ist es von großer Bedeutung, welche Sichtverhältnisse, Windrichtungen und Windstärken am Einsatzort vorherrschen. Ersthelfer sollten nach dem Notruf das Telefon eingeschaltet lassen und nicht mehr telefonieren, damit sie die Rettungsleitstelle bei Rückfragen erreichen kann.

Alpines Notsignal
Der Alpenraum ist zwar sehr gut von Mobilfunknetzen abgedeckt, aber es gibt besonders in engen Tälern und in Hochlagen trotzdem oft keine Mobilfunkverbindung. Dann hilft bei einem Unfall das alpine Notsignal. Ideal sind Pfiffe, Rufe und Lichtsignale. Wer Hilfe braucht, gibt alle zehn Sekunden ein sichtbares oder akustisches Zeichen (sechsmal pro Minute). Dann folgt eine einminütige Pause, und so weiter. Die Retter wiederum geben alle 20 Sekunden ein sichtbares oder akustisches Zeichen (dreimal pro Minute). Auch hier folgt eine einminütige Pause bevor die Signalgebung von vorne beginnt.

Weltweit einmalig: DSV-Skiwacht
Seit über 35 Jahren unterstützt die von der „Stiftung Sicherheit im Skisport“ (SIS) ins Leben gerufene DSV-Skiwacht die Rettungskräfte in den deutschen Skigebieten und ist für die Unfallprävention und den Umweltschutz unterwegs. Vorausschauendes, präventives Handeln ist von den 260 „Roten Engeln“ ebenso gefragt wie die Pannen-, Notfall- und Erste-Hilfe-Versorgung bei Unfällen. Die DSV-Skiwacht ist dabei auch auf die Unterstützung Dritter angewiesen, etwa durch Spenden. Näheres hierzu unter www.stiftung.ski.

DSV-Skiversicherungen
Ist nach einem Unfall eine Bergung nötig, können hohe Kosten entstehen. Bei schwereren Verletzungen ist meist in wenigen Minuten schnelle Hilfe aus der Luft vor Ort und übernimmt die professionelle Erstversorgung sowie den Abtransport zur weiteren medizinischen Behandlung im Krankenhaus. Bergungskosten, die dabei entstehen, werden bei Unfällen im Ausland in der Regel von den Krankenkassen nicht übernommen. Gut beraten ist deshalb, wer bereits im Vorfeld eine DSV aktiv-Mitgliedschaft mit Skiversicherung abgeschlossen hat, die auch Bergungskosten im Ausland abdeckt. Informationen finden Interessierte unter www.ski-online.de


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