5 aktuelle Visierhelme im Praxistest, die aufzeigen, dass solch ein Helm eine echte Alternative zur klassischen Helm-Skibrillen-Kombination ist, – wenn man die Tücken im Detail im Blick hat.

Wer offen für Neuheiten und Innovationen ist, kann sich auf ein immer breiteres Angebot an Skihelmen mit integriertem Visier freuen. Vor einigen Jahren noch ein Accessoire für Exoten auf den Pisten der Alpen, sieht man mittlerweile immer mehr Skifahrer mit solchen Visierhelmen. Keine verdrehte oder drückende Skibrille, einfache Bedienung selbst mit Handschuhen, und cool ausschauen tut es auch noch.

Wer offen für Neuheiten und Innovationen ist, kann sich auf ein immer breiteres Angebot an Skihelmen mit integriertem Visier freuen. Vor einigen Jahren noch ein Accessoire für Exoten auf den Pisten der Alpen, sieht man mittlerweile immer mehr Skifahrer mit solchen Visierhelmen. Keine verdrehte oder drückende Skibrille, einfache Bedienung selbst mit Handschuhen, und cool ausschauen tut es auch noch. Aber nicht nur bei Kindern und Skifahrern mit optischer Brille steht der Visierhelm hoch im Kurs. Die Vorteile liegen auch klar auf der Hand, wenn man die höheren Anschaffungskosten gegenüber einem normalen Helm erst einmal außer Acht lässt, denn dafür spart man sich im Normalfall ja auch die Anschaffung einer Skibrille und hat quasi Zwei in Einem. Aber ist es wirklich so einfach und hat die Kombination aus Helm mit integriertem Visier wirklich nur Vorteile? Dem sind insgesamt 6 Testerinnen und Tester unseres DSV skiTEST-Teams Anfang September bei einem Praxistest auf den Grund gegangen. Und dabei empfing sie der Hintertuxer Gletscher mit wirklich winterlichen und sehr realistischen Testbedingungen. Temperaturen knapp unter Null Grad Celsius, dazu Schneetreiben und diffuse Sichtverhältnisse – genau die Witterungsbedingungen, bei denen sich die Helme auch im realen Einsatz bewähren müssen.

Getestet wurden unter anderem die Anpassung des Helmes, der Sitz des Visiers, Passform und Tragekomfort des Helmes, Akustik, Fahrgeräusche, Klimaregulierung, Sichtfeld etc. Schon beim Anprobieren der Helme wurde schnell deutlich, dass die Helme sich auch an unterschiedlichste Kopfformen mittlerweile sehr gut und individuell anpassen lassen – wenn die richtige Helmgröße gewählt wird. Mit dem Visier kommt nun jedoch eine weitere Dimension hinzu. Und hier offenbarte sich, dass ein prinzipiell passender Helm nicht zwingend auch mit dem Visier optimal passt. Die Position der Nase, ihre Form und Größe sind hier die entscheidenden Faktoren, die darüber entscheiden, ob sich das Visier wie eine Einheit an die Gesichtsform schmiegt oder nicht. Aufgrund der Tatsache, dass die Position des Visiers bei den getesteten Helmen nur bedingt oder gar nicht anpassbar ist, kommt dem Probieren des Helmes eine noch viel wichtigere Bedeutung bei als bei normalen Helm-Brillen-Kombinationen. Der Weg in den gut sortierten Sportfachhandel ist hier also unumgänglich.

Aber auch ein im Sportgeschäft als passend empfundener Helm inklusive Visier kann in der Praxis schnell ungeahnte Probleme aufwerfen, wie die Tester im Hintertuxer Schneetreiben im wahrsten Wortsinne erfahren haben. Denn die Abdichtung des Visiers an Nase, Wangen und auch oben am Helmrand muss nahezu zu 100 Prozent passen, damit es nicht unter das Visier zieht beziehungsweise Schnee unter das Visier kommt. Hier wären aus Sicht der Tester verschiedene Visiergrößen sowie eine horizontale wie vertikale Anpassbarkeit des Visiers oder der Visierbefestigung wünschenswert. Ebenso wären unterschiedlich dicke Schaumstoffpads am Visier für eine individuelle Abschlussgestaltung des Visiers sinnvoll, um so auch Platz für das Tragen einer optischen Brille unter dem Visier zu schaffen, – was nicht bei jedem der 5 Testmuster möglich war. Ein Visierhelm ist äußerst komfortabel und für Brillenträger optimal – sofern die Brille Platz hat –, aber es sitzt nicht so dicht am Gesicht wie eine herkömmliche Skibrille.

Visiere mit dünner Schaumstoffdichtung im Wangenbereich haben zwar ein perfektes Sichtfeld, lassen aber das Tragen einer optischen Brille kaum zu. Viel Schaumstoff bedeutet Platz für optische Brille oder Sonnenbrille, aber gleichfalls auch ein eingeengtes Sichtfeld beim Blick nach unten. Wenn das Visier nicht komplett geschlossen werden kann, weil es auf der Nase des Helmträgers zu weit oben aufsitzt, schließt die Dichtung am Helmrand nicht bündig ab und es kann Schnee und Feuchtigkeit bzw. Wasser in das Innere des Visiers gelangen. Beim Öffnen des Visiers entsteht mitunter Kontakt mit auf dem Helm befindlichen Schnee. Am besten besitzt das Visier daher eine Gummidichtung, die den auf dem Helm befindlichen Schnee wegschiebt bzw. das geschlossene Visier mit dem Helmrand abdichtet, damit kein Schnee und Wasser vom Helmrand auf die Innenseite des Visiers gelangt. Zum Putzen des selbigen muss der Helm auf jeden Fall abgesetzt und das Visier geschlossen werden, da man ansonsten keine Chance hat, das Visier von beiden Seiten zu reinigen. Ein Beschlagen des Visiers, welches viele vielleicht befürchten, konnte bei keinem der Modelle festgestellt werden.

Die Ergebnisse des Praxistests zeigen somit auf, dass Sie sich vor dem Kauf eines Visierhelms im Klaren darüber sein müssen, ob Sie den Helm in Kombination mit einer optischen Brille tragen möchten, als Alternative zur klassischen Helm-Skibrillen-Kombination oder in Verbindung mit einer Sonnenbrille unter dem Visier. Denn davon hängt dann auch die Wahl der Visierfarbe beziehungsweise die zusätzliche Anschaffung eines Ersatzvisiers ab, da die meisten Helme lediglich mit einem Visier ausgeliefert werden. Wer den Visierhelm auch bei sonnigen Bedingungen und ohne Sonnenbrille darunter nutzen möchte, sollte sich nach einem eher dunklen, wenn gewünscht auch verspiegelten Visier umschauen. Für schlechtere Witterungsbedingungen haben sich kontrastverstärkende Visiere mit gelb gefärbten Gläsern etabliert, die den hohen Blauanteil des Lichts herausfiltern. Hernach kommt es neben der Passform des Helmes, wie oben anhand der Erfahrungen des Praxistests beschrieben, vor allem auf den korrekten Sitz und den Abschluss des Visiers am Helmrand, den Wangen und der Nase an – denn nur wenn diese Parameter stimmen, werden Sie eine ungetrübte Sicht auf die faszinierende Bergwelt haben, ganz egal ob mit viel Durchblick bei Sonne oder im dichten Schneetreiben wie während unseres Tests.

Alpina GRAP Visor HM

Alpina GRAP VISOR HM

Größen: 54–57 cm, 57–61 cm

Gewicht (Größe M): ca. 600 g

Preis: 199,95 Euro

Scheibenfarbe Auslieferungszustand: Hybrid-Mirror

Wechselvisiere: Orange HM (99,95 Euro)

Ein eher warmer Helm, der über ein großes Sichtfeld verfügt und absolut brillenkompatibel ist – sowohl mit optischer Sportbrille als auch Sonnenbrille. Gute Belüftung, aber mit Handschuhen schwer bedienbar. Kaum Fahrgeräusche wahrnehmbar und insgesamt eine gute Akustik. Auch wenn das Visier bei unseren Testern nicht bündig mit den Wangen abschließt, zieht es kaum an den Augen. Jedoch schließt das Visier während unseres Tests auch im geschlossenen Zustand nicht zu 100 Prozent dicht mit dem Helmrand ab, sodass von oben Flüssigkeit hinter das Visier eintreten kann. Lediglich zwei Schalengrößen decken eine Range von 54 bis 61 Zentimeter ab, da ist optimale Passform nicht ganz so einfach.

 

Bolle Backline Visor

Bollé BACKLINE VISOR

Größen: 54–56 cm, 56–58 cm, 59–61 cm

Gewicht (Größe M): ca. 650 g

Preis: 199 Euro

Scheibenfarben Auslieferungszustand: Silver Gun Visor/Lemon Visor

Wechselvisiere bestellbar: Modulator Silver (selbsttönend), Fire Green, Grey Blue, Fire Orange

Das Visier ermöglicht ein gutes und weites Sichtfeld, insbesondere im Nasenbereich und überzeugt durch ein sehr gutes Glas. Der Abstand zwischen Visier und Gesicht ist recht groß, was das Tragen einer Brille unter dem Visier möglich macht. Allerdings zieht es teilweise unter dem Visier, besonders bei höherer Geschwindigkeit. Der Visierabschluss/Dichtung am Helmrand des Testmusters ist nicht optimal, da Feuchtigkeit unter das Visier drückt. Bei schmaleren Gesichtszügen verschwindet die Nase teils unter dem Visier oder das Visier drückt auf die Nase. Die Akustik des Helmes ist gut ohne größer wahrnehmbare Geräusche. Das Erscheinungsbild ist eher voluminös.

 

Giro VUE MIPS

Giro VUE MIPS

Größen: 52–55,5 cm, 55,5–59 cm, 59–62,5 cm, 62,5–65 cm

Gewicht (Größe M): ca. 580 g

Preis: 229,95 Euro

Scheibenfarbe Auslieferungszustand: Silver Mirror

Wechselvisiere bestellbar: Low Light (70 Euro)

Der Helm überzeugt durch eine sehr gute Passform und einen hohen Tragekomfort. Das Visier ist sehr voluminös und weit vom Gesicht entfernt – trotzdem passt eine Sonnenbrille oder optische Brille nur bedingt unter das Visier. Das Sichtfeld ist seitlich sehr groß, wird nach unten aber durch den dicken Schaumstoff eingeschränkt. Das Visier schließt bei unseren Testern nur bedingt mit dem Helmrand und dem Gesicht ab, weshalb von oben Schnee in das Visier kommen kann und Zugluft an die Augen gelangt. Die allgemeine Akustik ist in Ordnung, und Fahrgeräusche sind auch bei höheren Geschwindigkeiten eher gering. Ein gut belüfteter Helm mit hohem Klimakomfort.

 

Julbo Sphere Zebra

Julbo SPHERE ZEBRA

Größen: 54–56 cm, 56–58 cm, 58–60 cm

Gewicht (Größe M): ca. 490 g

Preis: 264,95 Euro

Scheibenfarbe Auslieferungszustand: Rot Flash oder Gold Flash (je nach Helmfarbe)

Wechselvisiere bestellbar: nein

Die Tester waren angetan von der Leichtigkeit des Helmes und seiner guten Passform. Auch die Akustik ist im Stand oder im Lift gut, wird während der Abfahrt jedoch durch sehr laute Fahrgeräusche getrübt. Hier zieht es dann auch seitlich, und sogar Schnee tritt bei diesem Testmuster unter das Visier. Das Sichtfeld ist insgesamt gut, im Bereich der Nase jedoch etwas eingeschränkt. Sonnenbrillen oder optische Brillen passen nicht unter das Visier, da es sehr nah am Gesicht sitzt. Der Magnetverschluss des Kinnbandes lässt sich auch mit Handschuhen einfach und problemlos bedienen – wenn man den Dreh raus hat. Guter Klimakomfort und angenehmes Tragegefühl.

 

Uvex HLMT 500 Visor

Uvex HLMT 500 VISOR

Größen: 52–55 cm, 55–59 cm, 59–62 cm

Gewicht (Größe M): ca. 660 g

Preis: 249,95 Euro

Scheibenfarbe Auslieferungszustand: Lasergold Lite/Mirror Orange

Wechselvisiere bestellbar: Litemirror Silver/Lasergold Lite (89,95 Euro)

Das weite Sichtfeld und seine sehr angenehme Passform überzeugten die Tester. Ein Modell mit sehr angenehmer Optik und Sicht, für eher schmalere Kopfformen. Wenig Schaumstoff am unteren Visierrand, dadurch auch beim Blick nach unten kaum Sichtbehinderung und trotzdem perfekter Abschluss zum Gesicht. Die Akustik ist etwas gedämpft, die Fahrgeräusche sind aber nur gering. Falls Schnee auf dem Helm liegt, kann dieser beim Öffnen unter die Visierscheibe geraten, da die Abschlussdichtung vom Helmrand zum Visier am Helm angebracht ist und nicht am Visier. Die Stirnbelüftungsöffnungen werden vom Visier verdeckt, falls das Visier an der Nase anstößt und somit nicht komplett geschlossen werden kann.

 


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