Übersommern der Skiausrüstung: Wie und wo das Skimaterial richtig gelagert wird

07.04.2016 | 10:00 Uhr

Die Tage werden länger, die Temperaturen wärmer – so langsam rückt der Sommer immer näher! Zeit also, nach den letzten schönen Skitagen die Winterausrüstung gegen die Rad- und Wanderbekleidung auszutauschen. Doch bei der Lagerung des Ski-Equipments gibt es einiges zu beachten. Was für Wintersportler im Sommer gilt, ist auch für die Skiausrüstung ein Muss: fit bleiben in der schneefreien Zeit! Je besser die Ausrüstung für die Sommerpause vorbereitet wird, desto länger kann man damit den Skispaß genießen!

Kanten und Belag gezielt schützen
Sind die Kanten der Ski verschlissen, sind sie besonders leicht durch Flugrost angreifbar. Deshalb sollten die Kanten vor dem Einlagern mit einem Kantenschleifer abgezogen werden. Ebenso ist es sinnvoll, den Belag am Ende der Saison auszubessern und anschließend heiß zu wachsen. Die Ski dabei auch nicht vom überschüssigen Wachs befreien, weil es so die Laufflächen über den Sommer konserviert und optimalen Schutz der Kanten gegen Oxidation bietet. Riefen und Kratzer, über die in der Skisaison hinweggesehen wurde, können jetzt behandelt werden. Die Ski sind so zu präparieren, dass sie im Herbst oder Winter gleich wieder einsatzbereit sind für den ersten Tag im Schnee. Wer dafür nicht selbst Hand anlegen kann oder möchte, bringt seine Ski am Ende der Wintersaison zum Skiservice beim Sportfachhändler. Die DSV aktiv-Partner mit ihren geprüften Skiwerkstätten beraten gerne und kompetent.

Lagerung der Ski
Wichtig ist es, dass die Ski in einem trockenen und kühlen Raum gelagert werden. Garage oder Gartenhaus sind im Sommer starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, was zur Bildung von Kondenswasser führen kann und die Kanten der Ski rosten lässt. Besser eignen sich trockene und geschlossene Räume im Keller.

Beeinträchtigungen der Sicherheitsbindung vermeiden
Durch Schmutz können die Federn der Sicherheitsbindung so beeinträchtigt werden, dass sich die Auslösewerte ändern. Daher sollte die Sicherheitsbindung vor dem Einlagern der Ski mit Wasser gesäubert und die Mechanik mit einem Spezialspray eingesprüht werden. Von einem Entspannen der Feder rät der Deutsche Skiverband dringend ab! Das ist zwar einerseits sinnvoll, um die Federkraft zu erhalten und damit die Lebensdauer zu erhöhen, andererseits birgt es aber auch ein großes Risiko: Oft wird bis zum Anfang der neuen Saison vergessen, dass die Feder gelöst worden war und man setzt sich dann auf der Piste einer großen Gefahr aus, wenn die Bindung falsch auslöst.
Als zentrales Bindeelement zwischen Mensch und Material sollte die Sicherheitsbindung generell vor dem nächsten Saisonstart vom Fachhandel überprüft werden. Über die Jahre können Schmierstoffe nämlich verharzen, was ebenfalls eine Änderung der Auslösewerte zur Folge hätte und damit ein Sicherheitsproblem darstellen könnte. „Ski und Bindungen sind so gebaut, dass sie auch über lange Jahre einen uneingeschränkten Fahrspaß ermöglichen", erklärt DSV-Sicherheitsexperte Andreas König. „Umso wichtiger ist es aber, dass insbesondere die Bindungen mindestens einmal pro Jahr vom Fachhandel überprüft werden. Denn ein nicht oder ein zu früh auslösender Ski kann zu einem Unfall führen.“

Skistiefel vor Schimmelpilzen schützen
Skischuhe sind, unabhängig vom Hersteller und von der Qualität, leider immer auch ein Biotop für Schimmelpilze, die sich, haben sie sich erst einmal eingenistet, den Sommer über im weichen Innenschuh ausbreiten können. Deshalb sollten die Innenschuhe aus der Schale herausgenommen und getrocknet werden. Erst wenn Schale und Innenschuh vollkommen trocken sind, sollten sie wieder zusammengebaut und mit geschlossenen Schnallen an einem trockenen Ort eingelagert werden. Beim Zusammenbauen ist auch auf einen faltenfreien Sitz des Innenschuhs in der Schale zu achten. Andernfalls können Falten entstehen, die die Passform beeinträchtigen und beim nächsten Einsatz drücken.

Sicherheitsausrüstung auf Tauglichkeit prüfen
Skistöcke, Helm, Skibrille, Protektor und Handschuhe sind in der skifreien Zeit ebenfalls an einem trockenen Ort einzulagern. Insbesondere der Helm sollte vor der Sommerpause gründlich gesäubert oder gar desinfiziert werden. Am Ende der Skisaison empfiehlt es sich, zu kontrollieren, ob die Ausrüstung noch gut in Schuss ist, oder ob etwa die Skibrille oder der Helm ersetzt werden müssen. Ist die Schutzausrüstung kaputt oder verschlissen, kann sie nicht mehr die gewünschte Sicherheit bieten. Bei Kratzern auf der Skibrille oder einem eingerissenen Teller am Skistock ist es sinnvoll, die Frühlingsmonate zu nutzen, um Ersatz zu besorgen. Damit vermeidet man Hektik am Anfang der neuen Saison und kann gleich optimal ausgestattet den Pistenspaß genießen. Ganz nebenbei können Frühlingskäufer oft das ein oder andere Schnäppchen machen.

Bekleidung waschen und neu imprägnieren
Auch die Skibekleidung bleibt „fit“ für den nächsten Winter, wenn sie sauber übersommert: Entweder Skianzug, -jacke oder -hose in eine Fachreinigung geben oder selbst in der Maschine waschen. Aber Achtung: Es sollten nur Schonwaschmittel und keine Weichspüler benutzt werden, denn der verstopft die Poren der Bekleidung und die technischen Fasern verlieren ihre Funktionalität. Wichtig ist auch die Imprägnierung der Skibekleidung, die am besten mit einem Spray aufgetragen und durch anschließendes Einbügeln mit geringer Hitze fixiert wird.

Fachkompetente Beratung
Übrigens: Die DSV aktiv-Partner im Sportfachhandel mit DSV aktiv-geprüfter Skiwerkstatt kennen sich in allen Servicefragen bestens aus. Eine Liste der Partnersportgeschäfte ist im Internet unter www.ski-online.de/partnersportgeschaefte zu finden. Zum Saisonende kann der Sportfachhandel die Skipflege abnehmen, die Kosten dafür sind überschaubar. Wir empfehlen, die Experten auch zum Saisonbeginn wieder aufzusuchen, für die obligatorische jährliche Bindungseinstellung.


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