MODERATE KOSTEN, MAXIMALER FAHRSPASS
SOLIDE GRUNDLAGE, STARKE PRÄSENZ - 9 Genusscarver im Test
Wie der Bauer im Schach beweisen auch Genusscarver, dass die vermeintlich einfachsten Figuren oft unterschätzt werden – mit ihrem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis und ihrer Vielseitigkeit bieten sie maximale Freude bei minimalem Aufwand.
Auf dem Schachbrett stellen die Bauern die zahlenmäßig größte Gruppe dar. Sie bewegen sich zwar nicht spektakulär, bilden aber das solide Fundament jeder erfolgreichen Strategie. Genauso verhält es sich mit unseren Genusscarvern im diesjährigen DSV skiTEST: Sie mögen nicht so glamourös und technisch anspruchsvoll sein wie ihre hochpreisigen Verwandten,
doch ihre Bedeutung für den Skimarkt und besonders für Einsteiger und Genussskifahrer ist unbestreitbar.
„Die Genusscarver-Kategorie, die wir in den vergangenen Jahren unter dem Begriff ‚Preisklasse‘ geführt haben, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und überzeugt durch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis“, erklärt Florian Schmidt, einer der beiden Testleiter des DSV skiTEST. Die Vorgabe an die Hersteller blieb unverändert: Ein Modell pro Marke, das maximal 500Euro inklusive Bindung kosten darf und seinen Haupteinsatzbereich auf der präparierten Piste hat.
Unser Testfeld umfasste diesmal neun Modelle, davon zwei Lady- und sieben Unisex-Ski, mit durchaus unterschiedlichen Einsatzbereichen und Zielgruppen. Wie in den Vorjahren wurde auch ein Modell von Decathlon (Wedze) in die Testreihe aufgenommen. „Obwohl wir in dieser Kategorie aufgrund der verschiedenen Zielgruppen-Ausrichtungen nicht vergleichend testen, unterziehen wir alle Modelle denselben strengen Testkriterien wie in den anderen Kategorien auch“, betont der zweite Testleiter Andreas König.
Wie der Bauer im Schach, der mit jedem erfolgreichen Zug an Bedeutung gewinnt, konzentriert sich auch der Genusscarver auf seine Kernkompetenzen: Beweglichkeit beim Rutschen und Driften sowie sicheres, moderates Carven. „Der Fokus liegt eindeutig auf Ski, die ihren Fahrer oder ihre Fahrerin unterstützen, die wenig Krafteinsatz erfordern und Steuerimpulse direkt umsetzen“, beschreibt Profi-Testerin Katharina Rest das ideale Profil eines Genusscarvers.
Bei der Material- und Konstruktionswahl setzen die Hersteller bewusst auf leichtere und weichere Komponenten. Der Verzicht auf kostspielige Titanal oder Kohlefaserschichten sowie die Verwendung von leichteren Holz-, Kunststoff- oder Schaumkernen anstelle von massiven Holzkernen tragen maßgeblich zur Leichtgängigkeit bei. „Die Torsionssteifigkeit und der Flex sind bei Genusscarvern bewusst weicher ausgelegt, um mit überschaubarem Kraftaufwand maximalen Fahrspaß zu ermöglichen“, erklärt Konstantin Lanzl aus dem Profitest-Team.
Ähnlich wie der Bauer im Schachspiel, der zwar nicht die Reichweite einer Dame oder die Beweglichkeit eines Springers besitzt, aber dennoch unverzichtbar ist, bieten die Genusscarver erstaunlich viel Ski für relativ wenig Geld. „Von Einsteiger-Modellen für die ersten Erfahrungen auf Schnee bis hin zu überraschend vielseitigen und durchaus sportlichen Ski ist in dieser Kategorie alles vertreten“, fasst Gaby Lerchl aus dem Testteam zusammen.
Natürlich müssen bei diesem Preisniveau auch Kompromisse eingegangen werden. In puncto Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten, sportlicher Performance im Grenzbereich und vor allem bei der Langlebigkeit können die Genusscarver nicht mit ihren kostspieligeren Geschwistern mithalten. „Dennoch bietet diese Kategorie Einsteigern und Genussfahrern zu einem absolut fairen Preis erstaunlich viel Ski“, resümiert Ulrike Ettinger, langjähriges Mitglied des DSV skiTEST-Teams.
In Zeiten steigender Kosten und wirtschaftlicher Unsicherheit trifft die Genusscarver-Kategorie mehr denn je den Zeitgeist. Wie der unscheinbare Bauer, der bei geschicktem Einsatz zum spielentscheidenden Faktor werden kann, beweisen diese Ski eindrucksvoll: Gute Performance muss nicht teuer sein – wenn man seine Ansprüche klar definiert und den Einsatzbereich kennt. Diese Ski sind nicht darauf ausgelegt, jede erdenkliche Pistensituation souverän zu meistern, aber in ihrem spezifischen Einsatzgebiet – dem genussvollen, entspannten Skifahren – überzeugen sie auf ganzer Linie.
Text: Florian Schmidt Fotos: Mirja Geh
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