Rund um den Skisport

Optimaler Kälteschutz

Beruft man sich auf die Durchschnittstemperaturen der letzten 100 Jahre, ist der Januar der kälteste Monat. Auch für die nächsten Wochen sind sich die Meteorologen einig. (Sehr) warm anziehen lautet die Devise. Für Wintersportler gilt dies in besonderem Maße. Selbst bei Inversionswetterlage dürfte es in den Alpen und Mittelgebirgen ziemlich eisig werden. Umso wichtiger ist es, sich vor Erfrierungen zu schützen. Kommt der Windchill Effekt hinzu, fühlt sich die Luft noch kälter an, was zu einem schnelleren Wärmeverlust führt. Aber wie schützt man sich nun auf der Piste am besten vor Kälte, welche High-Tech Essentials halten warm und wann wird Kälte zum Risikofaktor? Diese Fragen beantworten die DSV aktiv-Experten in diesem Newsletter.

Gefahr vor Erfrierungen ernst nehmen!
Schon bei Temperaturen um den Gefrierpunkt können beim Skifahren Erfrierungen auftreten. Weiße Hautpartien im Gesicht sind erste Warnsignale. Machen sich solche Anzeichen bemerkbar, sollten Wintersportler schnell warme Räume aufsuchen. Eine Unterkühlung wiederum kommt aufgrund der meist guten Bekleidung eher selten vor.

Funktionell und bewährt: der Zwiebellook
Wer beim Skifahren funktionelle Skibekleidung trägt, schützt den Körperkern vor Auskühlung. Werden die jeweiligen Materialien Schicht für Schicht richtig getragen, transportieren sie Feuchtigkeit nach außen, speichern Wärme und verhindern, dass die frostigen Temperaturen unter die Haut dringen. Denn Kälte, ganz gleich ob trocken-eisig oder nass, kann Verletzungen der Muskeln begünstigen und zu Erkrankungen führen. Bei Wintersportlern hat sich vor allem der Zwiebellook bewährt, bei dem mehrere dünne Schichten aus Wollfasern und High-Tech-Garnen übereinander getragen werden.
Als unterste Schicht ist Funktions- und Thermowäsche mit Flachnähten, die Druckstellen verhindern, ein Muss. Sie leitet Feuchtigkeit vom Körper an die nächste Schicht weiter und hält ihn trocken und warm. Wer leicht friert oder mehrere Tage ohne Waschmaschine auskommen muss, sollte zu Merinowolle greifen. Die Naturfaser hemmt Gerüche, wärmt und bietet eine hervorragende Temperaturregulation. Synthetikfasern wie Polyester, Polyamid oder Elasthan transportieren Feuchtigkeit schnell von der Haut weg und trocknen in kürzester Zeit. Für sportliche Vielfahrer, die auch gerne Touren gehen, die ideale Wahl, da die Materialien äußerst langlebig sind. Mit einem Materialmix aus Merinowolle und Synthetikfasern sind alle Wintersportler auf der sicheren Seite: Der Anteil an Merinowolle sorgt für Geruchsresistenz und Wärme, während die Synthetikfasern Strapazierfähigkeit und bestes Feuchtigkeitsmanagement liefern. Fleece gilt als optimale Mittelschicht, da das Material die Körperwärme speichert und gleichzeitig die Feuchtigkeitsregulierung unterstützt. Skijacke und -hose müssen als äußerste Bekleidungslage Nässe und Kälte von außen abhalten und Feuchtigkeit von innen nach außen befördern. Das geschieht entweder durch funktionelle Außenstoffe und hauchdünne, leichte Materialien mit feinsten Poren (sogenannte Membrane) oder durch spezielle Beschichtungen auf der Kleidung. Sie machen die Stoffe wasserfest, winddicht und atmungsaktiv. Generell gilt: immer auf ausreichende Bewegungsfreiheit, eine gute Passform und gutsitzende Abschlüsse zum Schutz vor Schnee, Regen und Kälte achten.
DSV aktiv-Tipp: Da die Winddichte in den Etiketten von Skijacken nur sehr selten angegeben wird, orientieren sich Skifahrer am besten an der Wassersäule. Eine Skijacke mit einer Wassersäule ab ca. 10.000 mm bis 20.000 mm ist automatisch vollständig winddicht. Das liegt meist an der Membran (z. B. Gore-Tex, Supra-Tex etc.), die als vollständig wasserdicht und somit auch winddicht gilt. Heutzutage werden die Materialien so intelligent kombiniert, dass eine Skijacke wasser- und winddicht und gleichzeitig atmungsaktiv sein kann.

Gesichtsschutz
Ein Blick auf die Wetterkarte verrät, wie gut die Gesichtshaut am Skitag geschützt werden muss. Gerade bei Eiseskälte können Nase, Ohren und Wangen schneller unter Erfrierungen leiden, da diese Hautpartien im Vergleich zu anderen Körperstellen dünner sind und über weniger isolierendes Fettgewebe verfügen. Hinzu kommt, dass die Talgdrüsen bereits bei Temperaturen unter 8 °C ihre Arbeit einstellen. Der natürliche Fettfilm kann dann keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Wasserfreie Kälteschutzcremes und Lippenpflegestifte mit Inhaltsstoffen wie Shea Butter, pflanzlichen Wachsen, Mandel- oder Sonnenblumenöl schützen die empfindlichen Gesichtspartien vor dem Austrocknen, vor Windbrand und vor Erfrierungen. Unerlässlich sind zudem Pflegeprodukte mit höchstem Lichtschutzfaktor. Denn mit jeden zusätzlichen 1.000 Metern an Höhe nimmt auch der UV-Wert laut Gesundheitsorganisation WHO um 10 bis 12 Prozent zu.
Besonders gefährlich: Neuschnee kann bis zu 80 Prozent der UV-Stärke der Sonne reflektieren. Zusätzlich sollte die Haut mit einer Stoffschicht in Form von Sturmhauben oder Schlauchschals bedeckt werden. Sie halten Wind und Kälte von Gesicht, Hals und Kopf fern und schützen vor Erfrierungen.

Heizsocken und Heizsohlen bei kalten Füßen
Die Füße dürfen beim Skifahren auf keinen Fall zu Eiszapfen werden. Dadurch würde das sichere Pistenvergnügen stark beeinträchtigt. Breitet sich die Kälte erst einmal aus, funktioniert die Muskulatur nicht mehr richtig, die Füße verlieren aufgrund der geringeren Durchblutung an Kraft und Gefühl und können nicht mehr leisten, wozu sie eigentlich imstande sind: Gemeinsam mit dem Skischuh als Bindeglied zwischen Ski und Fahrer, sollen sie feinfühlig und situationsgerecht die Kraft übertragen, mit der die Bretter gesteuert werden. Wer schnell kalte Füße bekommt, kann spezielle Heizsocken oder Heizsohlen nutzen. Sie entwickeln ihre wärmende Wirkung mit der Energie eines Akkus. Neue Modelle lassen sich sogar über eine eigene App am Handy steuern. Bei eisigen Temperaturen ist ein Blick auf die Akkulaufzeit nicht verkehrt, da diese die Batterielaufzeit verkürzen kann. Leistungsstarke Akkus (ab 4000-mAh) sind hier am besten geeignet. Sind die Zehenspitzen selbst bei erträglichen Temperaturen kalt, liegt die Ursache dafür möglicherweise am nicht exakt zum Fuß passenden Skischuh oder am weit verbreiteten Fehler, mehrere Strümpfe übereinander zu ziehen. Dies engt den Fuß im Skischuh unnötig ein. Anders als für den Rest des Körpers gilt hier die Devise: weniger ist mehr!
DSV aktiv-Tipp: Nach dem Skifahren stets den Innenschuh aus dem Skischuh holen und ordentlich trocknen. Auch eine kleine Restfeuchte kann schon dazu führen, dass der Fuß deutlich schneller auskühlt.

Warme Finger
Werden die Hände vor Kälte klamm und die Finger unbeweglich, gelingt der Stockeinsatz mitunter nicht mehr sicher. Auch wer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf seine Handschuhe schwört, sollte im Zweifel checken, wie wasserdicht diese sind und aus welchem Material sie bestehen. Ähnlich wie bei einer Skijacke macht es Sinn, in hochwertige Isolierungsmaterialien wie PrimaLoft oder Thinsulate zu investieren, die Wärme effektiv speichern können. Eine wasserdichte und atmungsaktive Membran hält Feuchtigkeit ab, transportiert Feuchtigkeit nach außen und verhindert so Erfrierungen an Händen und Fingern. Naturfasern wie Merinowolle oder Materialien wie das Micro-Bemberg-Futter unterstützen die Wärmeisolierung im Innern und ein gesundes, hygienisches Hautklima. Wer dennoch nonstop an kalten Fingern leidet, kann sich mit Wärmepads behelfen, die über mehrere Stunden konstante Wärme abgeben. Als Unterstützung für all diejenigen, die von Haus aus eher warme Hände haben, definitiv eine kostengünstige Alternative zu den teureren, beheizbaren Skihandschuhen, deren Heizelemente die Blutzirkulation fördern.
DSV aktiv-Tipp: Beim Kauf sind solche Handschuhe die erste Wahl, deren Heizelemente nicht nur die Hand, sondern auch die Finger erreichen. Bei extremer Kälte reduziert der Körper die Blutzufuhr dorthin zuerst, um lebenswichtige Organe zu schützen.

Eisige Temperaturen – scharfe Kanten sind Pflicht
Liegen die Temperaturen dauerhaft im ein- oder zweistelligen Minusbereich, bieten sie zwar beste Voraussetzungen, um Schneenachschub zu produzieren. Skifahrer müssen sich dann allerdings auch auf harte und teils glatte Pisten einstellen. Gute Kanten sind jetzt unerlässlich und sorgen für Sicherheit und Fahrspaß.
DSV aktiv-Tipp: Als Faustregel gilt, Kanten spätestens alle 4 Skitage nachschärfen und Beläge alle 5-7 Tage nachwachsen. Für kleine Korrekturen dürfen sich Skifahrer ruhig täglich Zeit nehmen, Kanten mit einem Schleifstein oder Schleifgummi nachbessern und den Ski mit Flüssigwachs nachwachsen.

In Zahlen: Wie viel Kälte verkraftet der Körper eigentlich?

  • 0°C bis -10°C: Mit der entsprechenden Bekleidung ist Skifahren problemlos möglich. Mund und Nase werden mit einem Schal geschützt. So wird die eingeatmete Luft vorgewärmt, ehe sie die Atemorgane erreicht.
  • 10°C bis -15°C: Beim Skifahren ein noch stärkeres Augenmerk auf Zwiebelprinzip, winddichte Kleidung und Gesichtsschutz legen. Unbedingt mehrere Pausen einplanen, da der Körper viel Energie aufwenden muss, um sich (z. B. bei Fahrten im unbeheizten Sessellift) warm zu halten, was die Muskelkraft und die Ausdauer verringern kann.
  • Unter -15°C bis -20°C: Achtung! Der Körper kann jetzt rasend schnell auskühlen. Die Bekleidung muss zwingend winddicht sein. Viele Pausen einplanen und die rot-violetten Wetterwarnungen ernst nehmen.
  • Ab -20°C: Ein starkes Risikobewusstsein ist jetzt unerlässlich. Der Wärmeverlust des Körpers kann besonders schnell eintreten und eine Stressreaktion auslösen, die sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit belastet.

Mit den DSV-Mitgliedschaftspaketen auch bei Kälte auf der sicheren Seite
Kälte kann dazu führen, dass die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beim Skifahren abnimmt und der Körper im Falle eines Sturzes schwerwiegendere Verletzungen davonträgt, da die Muskulatur steifer und weniger elastisch ist. Auch Muskelfaserrisse und Zerrungen sind mitunter so schmerzhaft, dass an ein Weiterfahren nicht mehr zu denken ist. Eine Bergung sowie der Transport von der Piste bis zum nächstgelegenen Krankenhaus kann ordentlich ins Geld gehen. In den DSV-Mitgliedschaftspaketen (BASIC, CLASSIC und CLASSIC PLUS) ist nicht nur eine Haftpflicht-, Kranken- und Rechtsschutz-, sondern auch eine Unfallversicherung (einschließlich Bergungskosten) enthalten. Zudem sind Ski und Snowboards (auch Mietski/-snowboards) bei Diebstahl, Bruch oder Beschädigung mitversichert.

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