Tipps zur Ausrüstung
Kurz oder lang, Carver, Performance-Ski oder Racer: Welcher Skityp passt zu mir?
Wer sich brandneue oder überhaupt die ersten eigenen Ski zulegen möchte, dem wird beim Gang in den Sportfachhandel schnell klar: die Suche nach dem perfekten Paar erfordert Zeit und ist mitunter nicht ganz so easy wie ein Schuhkauf. Denn so ein Ski muss perfekt auf den Fahrer, sein Können und seine Vorlieben abgestimmt sein. Nur wer die Fragen der Verkäufer ehrlich beantwortet, wird sich bei der nächsten Abfahrt über die auserwählten Ski freuen und sich sagen: „Alles richtig gemacht!“ Etwas Selbstreflexion gehört vor dem Kauf dazu. Nur so lassen sich die eigenen Fahrkünste realistisch einschätzen. Ist der Sportfachhändler gebrieft, wählt er aus den verschiedenen Skikategorien die Ski aus, die zu den eigenen Wünschen passen, fordern, aber nicht überfordern. Ähnlich wie beim Autofahren: Steigen Fahranfänger in einen 300-PS starken Sportwagen, fehlt ihnen noch das Feingefühl beim Drücken des Gaspedals. Die Folge: Die starke Beschleunigung führt zu einer Kette von Fahrfehlern, die nicht immer glimpflich enden.
Die Frage, welche Skikategorie für welchen Fahrertyp und welches Können geeignet ist, beantworten die Profis des DSV skiTEST-Team. Seit über 25 Jahren gilt der DSV skiTEST als kompetenter und unabhängiger Ratgeber auf dem Weg zum neuen Lieblingsski.
Auf objektive Beratung setzen
Beim Skikauf ist es daher ratsam und gut investierte Zeit, auf eine objektive Beratung zu setzen. Die bieten die Experten der mehr als 1.100 DSV aktiv-Partnersportgeschäfte. Hier wird auf die wichtigsten Fragen eingegangen:
- Wie gut fährt man Ski?
- Welches ist die favorisierte Fahrweise?
- Gehört man eher zu denen, die in kurzen Schwüngen die Piste hinab sausen oder zu denen, die lange Kurven fahren?
- Wo soll der Ski hauptsächlich zum Einsatz kommen, auf Pisten oder im Gelände?
Wer sich vorab schlau machen möchte, wirft am besten einen Blick in die Ergebnisse des DSV skiTESTs. Diese sind jede Saison im DSV Magazin SKI & BERGE oder unter www.ski-online.de/skitest zu finden. Wer in vier Schritten zum Traumski finden möchte, bekommt hier ebenfalls Unterstützung bei den entscheidenden Fragen, die es zu beantworten gilt.
Auf der Suche nach neuen Ski, lassen sich die möglichen Modelle also noch näher eingrenzen, wenn man sich vorab ein paar Gedanken macht. Wie zufrieden man letzten Endes mit einem neuen Ski ist, hängt ganz wesentlich von der ehrlichen Selbsteinschätzung ab. Auch die Länge spielt eine entscheidende Rolle.
Die richtige Skilänge
Lange oder kurze Ski? Entscheidend für die richtige Skilänge ist das Fahrkönnen, die Pistenart und das Gelände sowie die bevorzugte Geschwindigkeit.
DSV aktiv Tipp: Je länger ein Ski ist, desto höher ist seine Laufruhe; je kürzer, desto besser dreht er. Erst im letzten Schritt gehen sehr große, schwere oder sehr kleine, leichte Skifahrer noch einen Längenschritt rauf oder runter. Die eigene Körpergröße spielt somit nur eine untergeordnete Rolle. Schwankt man zwischen zwei Längen und ist unsicher, zu welcher man tendieren sollte, raten wir von DSV aktiv immer zum längeren Modell, das dem Skifahrer mehr Sicherheit und Laufruhe bietet.
Übrigens: Die Längenangabe auf Ski entspricht nicht der eigentlichen Höhe der Ski, wenn sie gerade auf den Boden gestellt werden, sondern bezeichnet die "abgewickelte" Länge, also sozusagen mit flachgedrückter Schaufel und flachem Skiende. Entscheidend für die Fahreigenschaften des Modells ist dabei die Kontaktfläche auf dem Schnee.
Sportcarver und Performance-Ski bei Pistenfahrern beliebt
Für Skifahrer, die überwiegend auf präparierten Pisten unterwegs sind, eignen sich Sportcarver für die sportlich, vielseitige Gangart. Performance-Ski hingegen sind die gutmütige Variante für den breitbandigen Einsatz auf der Piste. Wer hier sehr sportlich unterwegs sein möchte, greift für bevorzugt große Radien zu einem Racecarver und für viele kleinere Radien zu einem Slalomcarver.
Allmountainski lassen sich sowohl auf Pisten wie auch im unverspurten Gelände einsetzen. Ihr Vorteil: Sie sind wie ein Sportcarver ausgestattet, verfügen jedoch obendrein über eine breitere Auflagefläche über den gesamten Linienzug. Das schafft Auftrieb im tiefen Schnee. Interessant für geübte Off-Piste-Fahrer sind Freerideski mit noch mehr Auftrieb.
Lady-Ski: Einfach nur kürzer und bunter?
Von wegen! Moderne Lady-Ski sind maßgeschneiderte Sportgeräte, die speziell auf die weibliche Anatomie, Gewichtsverteilung und Fahrweise abgestimmt sind. Ihre Leichtbauweise macht sie unter anderem so besonders. Zudem ist der Flex (die Steifigkeit) weicher und ermöglicht ein leichteres Biegen für eine mühelose Schwungeinleitung und Kontrolle. Der wichtigste Unterschied zwischen „normalen“ Ski und Lady-Ski ist die etwas weiter vorne montierte Bindung, um den tieferen Körperschwerpunkt bei Frauen auszugleichen, was den Ski wiederum drehfreudiger macht. Mittlerweile gibt es auch im Lady-Ski-Bereich die volle Bandbreite, vom Einsteigerinnen-Modell bis zum breiten Freeride-Modell. Hier sind die ergebnisse der Lady-Ski zu finden, die beim DSV skiTEST 2024/2025 in der Kategorie "Lady Sportcarver" besonders bemerkenswert abschnitten.
Throwback: So haben Carving-Ski den Wintersport verändert
Manch einer kennt sie noch, die geraden „Latten“ der 1980er Jahre. Mit den Carving-Ski sind sie praktisch vom Markt verschwunden, da heute fast jeder moderne Alpin-Ski das Bauprinzip eines Carvers (breitere Enden, schmale Mitte) besitzt. Auch wenn die Ausprägung je nach Einsatzgebiet bzw. Skikategorie variiert, haben Carving-Ski das Skifahren über alle Bandbreiten revolutioniert und für ein völlig neues Kurvenfeeling gesorgt. Besonders Anfänger profitieren von der Taillierung der kürzeren, wendigeren und handlicheren Carver, da der Ski mit dem Aufkanten praktisch von selbst und wie auf Schienen die nächste Kurve einleitet. Zusätzlich helfen hier die in einem Großteil der Ski eingebauten Technologien: Durch eine gutmütig angepasste Biegelinie des Skis sind diese schon bei geringem Aufkantwinkel leicht drehbar und fehlerverzeihend, ohne bei einem großem Aufkantwinkel an ihrer sportlichen Performance einzubüßen.
DSV aktiv Tipp: Wer einen vielseitigen Ski sucht, mit dem auf präparierten Pisten sowohl langgezogene Schwünge als auch hochfrequente, kurze Schwünge sicher und ohne brennende Oberschenkel zu fahren sind, ist mit einem Allmountain-Ski auf der sicheren Seite. Die Allround-Carver glänzt in nahezu allen Bereichen, sogar im schwereren Schnee. Gutmütiger und breitbandiger sind auch hier die längeren Modelle.
Stabiler Körperschwerpunkt für mehr Fahrsicherheit
Selbst auf perfekt präparierten Pisten bringen Unebenheiten, Buckel und Gefälleunterschiede den Körperschwerpunkt beim Skifahren immer wieder aus seiner Neutralposition über der Skimitte. Gute Skifahrer können solche Situationen rechtzeitig ausgleichen. Die Crux: Je schneller der Fahrer ist, desto weniger Zeit bleibt, um auf diese Störfaktoren zu reagieren. Dann ist eine größere Skilänge von Vorteil, denn, je weiter die Skispitze als Sensor von der Bindung entfernt ist, desto früher spürt der Fahrer, dass sich die Beschaffenheit der Piste ändert und hat mehr Zeit, zu reagieren. Der Hebelarm des Vorderski wirkt dabei als Federdämpfer.
Erstmal mieten: Wann ist es Zeit für einen Wechsel in die nächste Kategorie
Wer noch nicht so geübt ist, sich nach einer längeren Auszeit wieder einfahren muss oder gerade erst mit dem Skifahren begonnen hat, muss sich nicht gleich neue Ski kaufen, sondern kann diese mieten. Ist man über mehrere Tage in einem Skigebiet, macht es Sinn, an den Verleihstationen nachzufragen, inwieweit ein Wechsel auf eine andere bzw. nächste Kategorie möglich ist. Fühlen sich beispielsweise Fahranfänger oder Widereinsteiger auf blauen Pisten sicher genug, um die etwas steileren roten Pisten in Angriff zu nehmen, ist ein Wechsel in die nächste Kategorie ratsam. Denn Einsteiger-Ski sind zwar weicher und verzeihen den einen oder anderen Fehler, bei höheren Geschwindigkeiten fangen sie jedoch an, zu flattern. Ski für Fortgeschrittene sind hingegen steifer, liegen ruhiger im Schnee und geben ein direkteres Feedback. Das wiederum hilft, die eigene Technik sauberer auszuführen. Auch hier ist ein Support durch die Verleihstationen empfehlenswert.
Versicherungs-Check: für den Ernstfall vorsorgen
Wer sich Ärger ersparen möchte, kümmert sich im Vorfeld darum, wer bei Ski & Equipment im Falle eines Falles, bei Skibruch, irreparablen Schäden oder bei Diebstahl die Kosten übernimmt! Hier bieten die DSV-Mitgliedschaftspakete inkl. Skiversicherung maßgeschneiderte Pakete für nahezu alle Wintersportler an, die auch gemietetes Equipment umfassen und zudem bei Unfall und Krankheit greifen.
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