Schnee trotz El Niño? Tipps für einen gelungenen Skiurlaub

Schnee trotz El Niño? Tipps für einen gelungenen Skiurlaub

Sonne oder Regen? Jacke oder T-Shirt? Dicke Jacke oder Zwiebelprinzip? Für die meisten gehört der Blick aufs Wetter zu den täglichen To Do’s. Aber ganz gleich, ob man für den Wetter-Check den Nachrichten lauscht, die Zeitung liest oder eine App mit lokalen Prognosen studiert. In diesem Jahr taucht eine Schlagzeile besonders häufig auf: El Niño*, das Phänomen aus dem Pazifik könnte in diesem Jahr so stark ausfallen wie selten zuvor. Mit Sturzfluten und Regenmassen auf der einen Seite des Pazifiks sowie Dürreperioden und Waldbränden auf der anderen. Und bei uns? Da schauen die Meteorologen auf andere Regionen. Über unser Winterwetter entscheiden in erster Linie die Tiefs über dem Nordatlantik, das Azorenhoch und kalte Luft aus Russland und Sibirien. Viele Skifahrer beruhigt das nur bedingt. Reicht der Schnee?  Lohnt es sich, so früh wie möglich zu buchen, solange die Auswahl noch groß ist? Oder fährt man besser spontan los? Die Experten von DSV aktiv haben dazu ein paar einfache Tipps, die übrigens in jedem Winter gelten.

Je höher, desto schneesicherer
Ob ein Skiurlaub gelingt, hängt vor allem vom Skigebiet ab. „In milden Wintern haben Gebiete mit Pisten ab etwa 1.800 Metern und nordseitigen Hängen einen klaren Vorteil“, sagt Andreas König, Sicherheitsexperte von DSV aktiv. „Dort hält sich der Schnee aufgrund der eisigen Nächte deutlich länger, die Pisten bleiben auch bei Plusgraden gut befahrbar.“

Kunstschnee hilft nach
Auch die technische Beschneiung spielt eine Rolle. Eine Vielzahl der Skigebiete in den Alpen können ihre Pisten künstlich beschneien. Dafür braucht es zwar frostige Nächte. Die gibt es in milderen Wintern aber ebenfalls regelmäßig. Wie viele Pisten beschneit werden, verraten meist die Websites der Skigebiete. Ein Blick dorthin lohnt sich schon vor der Buchung. So lässt sich besser einschätzen, ob ein Gebiet auch bei wenig Naturschnee genug Abfahrten bietet.

Bei Plusgraden früh auf die Piste
Sind für die Urlaubstage milde Temperaturen angesagt, sollte man den Skitag anders einteilen. „Morgens ist die Piste hart und griffig, ab Mittag wird der Schnee weich und schwer“, erklärt Andreas König. „Die besten Verhältnisse hat man deshalb am Vormittag. Am Nachmittag kostet sulziger Schnee viel Kraft. Das macht die Beine schnell müde und erhöht das Verletzungsrisiko.“ An solchen Tagen also lieber zeitig losfahren und dafür am frühen Nachmittag Schluss machen.

Auf dem Gletscher beginnt die Saison früher
Besonders schneesicher sind Gletscherskigebiete. Ihre Pisten liegen in großer Höhe, oft über 2.500 Metern. Einige öffnen bereits im Herbst oder bieten besonders lange Saisonzeiten wie zum Beispiel Hintertuxer oder Stubaier Gletscher. Allerdings machen sich sehr milde Winter auch auf dem Gletscher bemerkbar. Talabfahrten können geschlossen bleiben, an sonnigen Hängen wird der Schnee ab Mittag ebenfalls weich. Im Zweifel gilt auch hier das Motto: Nur der frühe Vogel fährt auf bestens präparierten Pisten.

Planen oder spontan fahren?
Die Antwort hängt vor allem davon ab, wie flexibel man ist. Mit schulpflichtigen Kindern oder festen Urlaubszeiten bleibt wenig Spielraum. In den Weihnachts- und Faschingsferien sind gute Unterkünfte schnell vergeben. Für einen Urlaub in einem bestimmten Skigebiet ist frühes Buchen deshalb die bessere Wahl. Oft gibt es dafür sogar Frühbucherrabatte.
Manche Unterkünfte und Reiseveranstalter bieten zudem eine Schneegarantie. Wichtige Infos sind in den Stornobedingungen zu finden, z. B. wie lange sich eine Reise kostenlos oder zu geringen Gebühren stornieren lässt. Die Bedingungen unterscheiden sich allerdings stark von Anbieter zu Anbieter.
Viel entspannter sieht es ohne Schulferien und feste Urlaubszeiten aus. „Die größte Freiheit haben natürlich alle, die spontan losfahren können“, sagt Andreas König. Außerhalb der Ferien gibt es meist auch kurzfristig noch freie Hotelzimmer oder Ferienwohnungen. Ein Blick auf die aktuellen Schneeberichte genügt und los geht's, sobald die Bedingungen passen.

Versicherungstipp: Vorsorge gehört zur Vorbereitung
Nicht nur das Wetter kann dem Skiurlaub einen Strich durch die Rechnung machen, sondern auch eine Verletzung, Krankheit oder Diebstahl, Bruch und Beschädigung von Ski, Snowboards, Tourenski und Skifellen. Der passende Versicherungsschutz sollte daher auf der Piste nicht fehlen. Die DSV-Mitgliedschaftspakete inklusive Versicherungsschutz sichern Wintersportler bei der unmittelbaren Sportausübung ab und greifen auch bei Verlust oder Beschädigung des Equipments.
Neu ist der DSV-Bergbahnticket-Versicherungsschutz als Zusatzbaustein zur Mitgliedschaft. Er schützt vor finanziellen Verlusten durch ungenutzte Bergbahntickets ab zwei Tagen Gültigkeit, darunter Mehrtages-, Saison- und Jahreskarten, unabhängig vom Skigebiet. Versicherte Gründe sind unter anderem Verletzungen, unerwartete schwere Erkrankungen, durch Naturereignisse blockierte Straßen- oder Bahnverbindungen sowie die Stilllegung von mindestens der Hälfte der Liftanlagen durch Sturm, Lawinengefahr, dichten Nebel oder anhaltend starken Schneefall. Regen und Schneemangel sind ausgeschlossen.
Erstattet wird der anteilige Ticketpreis für vollständig ungenutzte Skitage, einschließlich gebuchter Ski- oder Snowboardkurse und Leihausrüstung.

*El Niño kurz erklärt
El Niño gilt als das wichtigste natürliche Klimaphänomen der Erde. Seinen Namen verdankt er peruanischen Fischern. Schon im 19. Jahrhundert fiel ihnen auf, dass sich das Meer vor ihrer Küste in manchen Jahren stark erwärmte und kaum noch Fische ins Netz gingen. Da dies meist um Weihnachten geschah, nannten sie das Phänomen El Niño, spanisch für „das Christkind“. Das Gegenstück mit kühlerem Wasser heißt La Niña, „das Mädchen“.
Normalerweise schieben die Passatwinde am Äquator warmes Oberflächenwasser von Südamerika nach Westen Richtung Asien und Australien. Dort sorgt es für viel Regen, während vor Südamerika kaltes Tiefenwasser aufsteigt. Etwa alle zwei bis sieben Jahre lassen diese Winde nach. Dann breitet sich das warme Wasser nach Osten aus, und die gewohnten Wettermuster geraten weltweit durcheinander.

 

Bildcredits: Mirja Geh

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