Bergsommer mit Kindern: Wie viele Höhenmeter, Hüttenübernachtung oder Tagestour und was gehört eigentlich in den Rucksack?
Rund 40 Prozent der Menschen ab 14 Jahren wandern regelmäßig (Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse). Auch für viele Familien geht es in den Sommerferien hoch hinaus. Damit der Bergsommer mit Kindern nicht in Tränen endet, ist eine gute Planung das A und O. Wohin geht die Tour, ist sie dem Alter und Können angepasst, welche Strecke wird zurückgelegt und welches Ziel angesteuert, wann geht es los und was gehört in den Rucksack?
Wie viele Kilo- und Höhenmeter schaffen Kinder?
Zwar können Kinder stundenlang toben, ohne auch nur im Ansatz zu ermüden. Das heißt aber nicht, dass sie auch mühelos höhere Gipfel erklimmen können. Denn beim Bergwandern werden andere Muskelgruppen beansprucht als beim Toben oder einem Spaziergang in der Ebene.
Als Richtwert gelten rund 300 bis 400 Höhenmeter Aufstieg mit jüngeren, unerfahrenen Kindern als gut machbar, bei älteren, geübten Kindern entsprechend mehr. Wichtiger als die exakte Zahl sind ohnehin ausreichend Pausen und Zeit zum Entdecken am Wegerand. Und: lieber eine Nummer zu leicht wählen als zu schwer.
Als grobe Orientierung für die Tageskilometer in der Ebene gilt (abhängig von weiteren Faktoren wie Wetter oder Wegebeschaffenheit):
- 4–6 Jahre: ca. 4–7 km; Spiel- und Entdeckerpausen einplanen
- 6–11 Jahre: ca. 6–15 km; Tempo an Motivation koppeln, nicht an Kondition
- 11–14 Jahre: anspruchsvoller möglich; Mehrtagestouren realistisch
Ab welchem Alter ist hochalpines Wandern mit Kindern möglich?
Hochalpine Touren oberhalb der Baumgrenze sind für bergerfahrene Kinder ab etwa 12 Jahren mit guter Kondition und Trittsicherheit realistisch. Für die ersten Bergerfahrungen eignen sich eher die bayerischen Voralpen oder Mittelgebirge wie der Schwarzwald und der Bayerische Wald. Wer mit jüngeren Kindern trotzdem hochalpine Luft schnuppern will, steigt für die ersten und oft anspruchsvollsten Höhenmeter in die Bergbahn und lässt sich bequem in exponierteres Terrain bringen.
DSV aktiv-Tipp: Die Gipfel-Challenge für das Familienbergbuch ist ein guter Anreiz für kleine Bergfexe, falls die Wanderlust doch mal kurzzeitig auf der Strecke bleibt. Statt zu zählen, wie weit es noch ist, sammeln Kinder ihre erklommenen Höhenmeter und tragen sie bis zum Ende der Wandersaison oder der Ferien ein. Das erreichte Gipfelziel macht stolz und ist im Vorfeld ein toller Motivator.
Welche Alternativen gibt es zur Gipfeltour mit Kindern?
Auch ohne langen Aufstieg lässt sich mit Kindern Bergluft schnuppern – etwa in Kletterparks, oder auf Sommerrodelbahnen. Der Familienberg Söllereck bei Oberstdorf etwa bringt Familien per Bahn auf 1.400 Meter Höhe. Von dort aus startet ein 4 Kilometer langer Naturerlebnisweg mit 12 Mitmachstationen, ergänzt um Kletterwald und Sommerrodelbahn.
In den Chiemgauer Alpen lassen sich kurze Almwanderungen gut mit einem Sprung in den Chiemsee verbinden, in der Tegernseer Bergwelt gilt dasselbe für Ziele wie die Schwarzentenn-Alm oder Siebenhütten mit anschließendem Bad im Tegernsee.
Was gehört in den Rucksack für eine Tageswanderung mit Kindern?
Für eine Tagestour (Rucksackgröße max. 20 Liter) gehören wetterfeste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, feste Wanderschuhe mit gutem Profil (vor der ersten Tour einlaufen!), Sonnencreme mit LSF 50, Sonnenbrille, ausreichend Wasser, energiereiche Snacks und ein Erste-Hilfe-Set. Viele Hütten akzeptieren keine Karte, daher gehört immer genug Bargeld ins Gepäck.
Bei mehrtägigen Hüttentouren kommen ein Hüttenschlafsack und leichte Wechselkleidung hinzu.
DSV aktiv-Empfehlung: Als Faustregel sollte der Rucksack nicht mehr als ein Fünftel des Körpergewichts wiegen.
Bewirtschaftete Hütte oder Selbstversorgerhütte – was macht Kindern mehr Spaß?
Selbstversorgerhütten kommen bei vielen Familien besonders gut an, weil die Kinder aktiv mitkochen und mitanpacken dürfen: keine Bewirtung, dafür Küche und Kochgeschirr vor Ort, die die Familie eigenständig nutzt.
Auf bewirtschafteten Hütten übernimmt der Hüttenwirt Kochen und Verpflegung – entspannter für die Eltern, aber weniger Mitmach-Erlebnis für die Kinder.
So unterschiedlich die Geschmäcker, so unterschiedlich sind allerdings auch die Vorlieben, was die Schlafplätze angeht. Kinder orientieren sich ohnehin an anderen Highlights als wir Erwachsenen. Da ist das eiskalte Quellwasser, das mit einem Krug zum Waschen geholt werden muss, manchmal fast spannender als die warme Dusche. Bei der sollte man übrigens nicht übertreiben. Gerade zu trockenen Perioden im Sommer ist der sparsame Umgang Pflicht, denn Wasser zu den Hütten zu transportieren ist äußerst kostspielig.
Für die Hütten-Premiere reichen ein bis zwei Nächte im Familienzimmer, Lager eignen sich meist erst ab sechs bis acht Jahren. Wichtig für die Planung: Mehrtägige Hüttentouren mit Kindern gehören eher in den Spätsommer oder Herbst als in den Hochsommer, allein schon auf Grund des Gewitterrisikos.
Vorsorge und Versicherungsschutz
DSV aktiv bietet innerhalb seiner Mitgliedschaften inkl. Versicherungspaket auch Zusatzversicherungen, wie z.B. die 4-Jahreszeiten Combi. Dank ihr gilt die bewährte DSV aktiv-Sicherheit auch für alle Sommersportarten. Ganz einfach zum DSV CLASSIC-Versicherungspaket oder DSV CLASSIC PLUS-Versicherungspaket für Familien zubuchbar.
Schon versichert?
Jetzt die richtige Versicherung für Ihren Urlaub auswählen ... mehr
