Freizeit & Fitness
Bergwandern bei Hitze: Cool bleiben am Berg – Vorsicht vor Altschnee in der Höhe
Nur wenige Tage vor dem meteorologischen Sommerbeginn am 1. Juni 2026 (kalendarischer Sommerbeginn ist am 21. Juni 2026) zeigt die warme Jahreszeit, was in ihr steckt. Über 30 Grad in den Tälern und strahlend blauer Himmel: Die aktuelle Hitzewelle lockt viele Berghungrige in kühlere Höhen. Doch die hohen Temperaturen machen das Wandern anspruchsvoller, als viele denken – und ausgerechnet die schattigen Lieblingsplätze bergen ihre eigenen Tücken. DSV aktiv gibt Tipps, wie gut geplante Touren zum Genuss statt zum Risiko werden.
Hitze fordert den Kreislauf enorm
Anstrengung plus pralle Sonne fordert den Körper enorm: Der Kreislauf läuft heiß, über den Schweiß gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zum Hitzschlag sind die Folge – am ausgesetzten Steig und auf Touren, die keinen Schutz vor der Sonne bieten, kann das schnell gefährlich werden. Dazu nimmt die UV-Strahlung mit jedem Höhenmeter zu.
Touren clever und vorausschauend planen
Früh starten ist die wichtigste Regel: Wer früh morgens mit dem Sonnenaufgang aufbricht, hat die anstrengenden Anstiege hinter sich, bevor die Mittagshitze einsetzt – und ist zurück, bevor sich nachmittags mitunter schwere Gewitter bilden. Auch wenn die schönsten und höchsten Berggipfel noch so reizen, bei heißen Temperaturen sollten eher kürzere Routen mit moderaten Höhenmetern im Vordergrund stehen. Großzügige Pausen dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Schatten gezielt suchen: Waldwege, Schluchten und nordseitige Hänge bleiben deutlich kühler. Touren oberhalb der Baumgrenze gehören bei dieser Witterung in die Morgenstunden – mittags fehlt hier jeder Schutz.
Rucksack richtig packen: Unter zwei bis drei Liter Wasser pro Person, sollte sich niemand an einen Aufstieg machen. Empfehlenswert ist außerdem ein elektrolythaltiges, isotonisches Getränk, das wie ein Hydroboost wirkt und auch Muskelkrämpfe, Ermüdung, Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten vorbeugt. DSV aktiv Tipp: Am besten regelmäßig in kleinen Schlucken trinken, bevor der Durst kommt.
Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor: Beim Wandern in den Bergen ist ein Lichtschutzfaktor (LSF) von 50+ mit kombiniertem UVA- und UVB-Schutz ein Muss für die Haut. Nicht zu vergessen: Pro 1.000 Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung um etwa 10 bis 12 % zu. Zudem reflektieren Felsen, helles Geröll oder (Alt)Schneefelder die Strahlung massiv, was die Belastung für die Haut vervielfacht.
Eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille und leichte, atmungsaktive Kleidung dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Wo Schatten ist, kann noch Altschnee lauern
Ausgerechnet die kühlen Nordhänge und Mulden, die jetzt Abkühlung versprechen, halten in der Höhe oft noch Altschneefelder bereit. Was nach Erfrischung aussieht, ist tückisch: Der Schnee ist hart gefroren oder angetaut – beides macht ihn rutschig. Ein Sturz beim Queren kann auf dem steilen, ausgeaperten Hang böse enden. Unter einer dünnen Schneedecke verbergen sich zudem Geröll, Bachläufe oder Hohlräume, die nicht tragen.
Die Faustregel von DSV aktiv: Schneefelder, deren Auslauf nicht klar einsehbar ist oder steil abfallen, auf keinen Fall queren, sondern lieber umgehen oder im besten Falle umkehren. Im Zweifel auf eine niedrigere, schneefreie Route ausweichen und vorab die Wege- und Schneeberichte der Region und der Hütten prüfen.
Achtung Gewittergefahr
Die schwüle Hitze lässt nachmittags rasch Gewitter aufziehen. Vor jedem Start sollten Bergwanderer die Vorhersage genau prüfen und möglichst früh aufbrechen. Zieht es plötzlich oder schneller zu, gilt: schnell absteigen und Gipfel, Grate, freie Flächen, nassen Fels und einzelne Bäume meiden. Schutz bieten Hütten oder tiefer gelegene Mulden. Am besten schon beim Aufstieg Umkehrpunkte festlegen.
Zusammengefasst: Früh starten, viel trinken, Schatten suchen – und in der Höhe wachsam bleiben vor Schnee und Gewitter. Dann bleibt die Bergtour ein Genuss.
Vorsorge und Versicherungsschutz
Auch wer vorausschauend plant, kann sich am Berg verletzen, ausrutschen oder Kreislaufprobleme bekommen. Manchmal will der Körper trotz bester Vorbereitung nicht so, wie wir es wollen. Wer vorsorgt, bekommt im Zweifel die Kosten für einen Krankentransport schnell und unkompliziert erstattet. Hier gibt es mehr Informationen zu den DSV-Mitgliedschaftspaketen inkl. Versicherungsschutz. Für den Sommer in den Bergen ideal: Die 4-Jahreszeiten Combi.
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